Sonntag, 25. November 2012
Heiliger des Monats Januar 2010 Arnold Janssen
Heiliger des Monats Januar 2010 Arnold Janssen

Fest: 15. Januar

Eine gute Definition für Heiligkeit ist sicher, das Heilige sturer sein müssen als Normalsterbliche. Wissen wir doch alle, wie verzweifelt schwer es sein kann, selbst im allerengsten Kreis von Arbeit, Gemeinde, der eigenen Familie, dem eigenen Lebensumfeld etwas Gutes in Gang zu bringen oder etwas Schlechtes abzustellen.
Um solche Umschwünge im Größeren zu bewirken, braucht es Power, jede Menge nicht nachlassender Power.

Arnold Janssen, eins von 11 Kindern eines niederrheinischen Fuhrmanns und dessen frommer Ehefrau, war prädestiniert, im benachbarten aufstrebenden Ruhrpott Arbeit zu finden und nicht allzu alt zu werden - die industrielle Revolution war eine schlechte Zeit für Arme, und es war noch ein langer Weg zur sozialen Marktwirtschaft.

Natürlich kam alles anders, sonst wäre er 2003 ja nicht heiliggesprochen worden. Der intelligente Knabe paukte und schaffte es im Revolutionsjahr 1849 auf das kirchliche Gymnasium - denn Bildung gab es für die Armen nur über die Kirche. Die städtischen gehobenen Bildungseinrichtungen waren (wie de facto ja auch heute noch) dem Bürgertum vorbehalten.
Arnold Janssen bleibt auf der kirchlichen Schiene, wird Priester, studiert aber auch Mathematik und Naturwissenschaften, arbeitet ab 1861 selber als Gymnasiallehrer. So weit, so normal.

Nun ist Heiligkeit aber eben nicht normal. Heiligkeit ist mehr. Entweder die heldenhafte Todesverachtung der Märtyrer, oder die Freiheit von Besitz und menschlichen Bindungen der Einsiedler, oder oder oder. Eben mehr, der Schritt raus aus der Normalität.

Wo sich andere, durchaus gut denkende und gut wollende Menschen damit begnügen, Weihnachten ein paar Talerchen für die 3. Welt locker zu machen, will Arnold Janssen weiter, viel viel weiter. Er träumt von einer Organisation, die abseits des machtpolitisch und gewinnorientierten Kolonialismus aller damaligen entwickelten Nationen den Armen weltweit auf die Beine hilft. Motto: erst heilen, dann belehren, dann taufen. Was in der Praxis hieße, erst die soziale Lage zu verbessern, dann Grundlagen für schulische Bildung zu legen, dann eventuell neue Brüder und Schwestern in Christus zu gewinnen - denn erst wer satt ist, kann sich bilden, erst wer ein klares Bild von sich und der Welt hat, kann bewußt spirituelle Entscheidungen treffen (Bertold Brecht drückt das gröber, aber genauso richtig aus: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral.").

OK, Arnold Janssen bekommt das hin: als er kurz vor dem ersten Weltkrieg stirbt, diesem großen Schlachtfest der Raubtier-Kapitalisten, der dummen Nationalisten und Militärs, sind rund um die Erde schon 2.000 Frauen und Männer in seinem Sinne unterwegs. Heute, 100 Jahre später, sind es über 10.000 sogenannte Steyler Missionare, die an den sozialen Brennpunkten der Erde täglich für das Gute arbeiten, vor allem für Schulen sorgen. Ohne Bildung gibt es keinen Fortschritt, ohne Bildung wäre aus dem Fuhrmannssohn auch wieder nur ein winziges Rädchen im Getriebe der Mächtigen geworden.

Bleibt natürlich die Frage: woher nehmen die Heiligen ihre Kraft und Ihre Ausdauer zum Guten ? Sind ja auch nur Menschen. Kann das jeder ? Können wir das ? Die Kraft anzapfen ? Wahrscheinlich steht am Anfang immer, daß man sich öffnet zum Guten, so manches losläßt vom Bösen: durch offene Türen kommt dann so Mancherlei hereinspaziert, bloß keine Bange.
Und natürlich eine gewisse "heilige Sturheit": wenn man ein Ziel für erstrebenswert erkannt hat, sollte man es auch festhalten. Es muß nicht alles jeden Tag auf den Markt, wirklich nicht.

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Heilige des Monats Februar 2010 die Märtyrer der heiligen Bücher
Heilige des Monats Februar 2010 die Märtyrer der heiligen Bücher

Fest: 11. Februar

Wobei man heute nicht alles so sein Leben riskiert: im Sport, bei Wetten in Fernseh-Shows, Samstagnacht betrunken auf 4 Rädern, mit kleinen Pillchen gegen den Blues, mit viel zu viel Schweinebraten (wer hätte das je für möglich gehalten). Ließe einer sein Leben beim Versuch, sein Automobil vor Dieben zu retten, er wäre der Boulevardpresse ein nationaler Held.

"Märtyrer der heiligen Bücher" - was für ein schräger Satz. Heute praktisch unsagbar. Erinnert an Selbstmordattentäter. Außer dem Artikel "der" paßt keins der Worte in die moderne Welt. Richtig ein bißchen unheimlich. Wie der Titel eines historischen Krimis mit mindestens 850 Seiten und eimerweise Tinten-Blut. Für Bücher sterben ?

303 startet der römische Kaiser Diokletian die letzte und zugleich brutalste aller Christenverfolgungen. Seinem Ziel eines starken Staates stehen die Christen mit ihren menschenfreundlichen Moralvorstellungen im Weg. Leute mit Prinzipien kann man nicht "durchregieren".
Christen wollen starke Menschen, nicht starke Staaten. Und so ordnet er die Ausrottung an, wie nach ihm noch so viele: die Politiker der französischen Revolution, Mao, Lenin und Stalin. Hitler kam nicht ganz so weit - 12 Jahre waren einfach zu kurz ...
Diokletian läßt die Kirchen in Flammen aufgehen oder abreißen. Er läßt die Priester töten, die christlichen Bücher, Bibeln und Theologisches, überall aufsuchen und verbrennen.

Nicht wenige wiedersetzen sich, besonders im seinerzeit römischen Nordafrika. Lektoren, denen damals die Aufsicht über die Schriften anvertraut war, verstecken diese und sterben lieber unter der Folter als die Bücher preiszugeben.
Bekannt wird das Schicksal des Lektors Tim und seiner jungen Frau Maura, die erst wenige Wochen zuvor geheiratet hatten. Da Tim, befragt wegen der Bücher, deren Herausgabe verweigert, werden seine Frau und er nebeneinander so gekreuzigt, daß sie erst nach 10 endlosen Tagen sterben.

Gern wird die Antike ja in ein goldenes Licht getaucht, von der tollen Kultur geschwärmt etc.pp. - der menschenverachtenden Sklavenwirtschaft, der pausenlosen Kriege, der nur machtorientierten, völligen Grundsatzlosigkeit des Staates wird dagegen eher selten gedacht. - Will sagen: die Christen wußten nicht nur, wofür sie standen, sie wußten auch sehr genau, wogegen.
Und wie pervers ist denn das: zwei unschuldige verliebte Menschen 10 Tage und 10 Nächte lang in aller Öffentlichkeit sterben lassen ?

Die meisten der damaligen Opfer sind für uns namenlos, es waren ja oft Arme, die den Schneid und das Rückgrat hatten, nein zu sagen. Die Kirche gedenkt ihrer unter dem Namen "der Märtyrer der heiligen Bücher" - was ja auch heute der Kern des Widerstands gegen Diktatoren und ähnliches Gesocks ist: die Parolen der Unmenschlichkeit mit der guten Nachricht der Menschlichkeit zu beantworten.

Kleines Gedankenspiel: welches meiner Bücher ist mir am meisten wert ? Welchen dort niedergelegten Gedanken, welches Ideal würde ich nie verraten ? Und was gäbe ich dafür ? Meinen rechten Arm, die Hand, das Schwarze unterm Fingernagel ?

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Heiliger des Monats März 2010 Kardinal Clemens August Graf von Galen
Heiliger des Monats März 2010 Kardinal Clemens August Graf von Galen

Fest: 22. März

Wie Namen täuschen können: da heißt einer Clemens, also "der Sanftmütige", und sein ganzer Charakter zeigt sein Leben lang das Gegenteil von Milde.
Photographien des 2005 seliggesprochenen Bischofs von Münster zeigen oft einen eher grimmigen Kirchenfürsten. Niemand, mit dem man das heute allseits beliebte Batik-Hippie-Hemdchen-Image der Welt-Jugendtag-Kirche verkaufen könnte.

Im Januar haben wir mit Arnold Janssen einen Heiligen kennengelernt, der mit lebenslanger "heiliger Sturheit" und Hartnäckigkeit sein Ziel verfolgt und erreicht. Beim Grafen von Galen geht es um das genaue Gegenteil. Der Bischof von Münster zeigt uns den heiligen Löwenmut im alles entscheidenden Moment.

1878 wird er auf Burg Dinklage aus westfälischem Ur-Adel geboren, und bleibt dieser Prägung sein Leben lang treu. Politisch steht er weit rechts, Demokratie ist nicht wirklich sein Ding, er ist stramm katholisch und stramm deutsch-national. Als Hitler 1936 das seit dem ersten Weltkrieg entmilitarisierte Rheinland besetzen läßt, begrüßt er (seit 1933 Bischof von Münster) das ausdrücklich.

So weit, so normal im damaligen erzkonservativen Klerus - gegen den unsere heutige Bischofskonferenz wie eine wilde Anarcho -Truppe aus 68er Tagen ausschaut.

Bischof Clemens August stellt sich mit dem Papst und den meisten seiner "Kollegen" 1937 in einem Rundschreiben gegen die Rassenpolitik der Nazis - wie bekannt, ohne konkrete Folgen, es ist halt nur ein Protest, das verläuft alles im Sand. Der Papst und die Kirchenleitung taktieren, haben letztlich Angst vor einer echten Auseinandersetzung, einer Situation wie in der Sowjetunion, wo die dortigen Machthaber die Kirche praktisch ausgerottet, zehntausende Priester und Mönche umgebracht haben.

Als die Regierung 1941 jedoch, von Verwaltung, Polizei und unzähligen Ärzten fleißig unterstützt, damit beginnt, in ihren Augen "unwertes" Leben zu vernichten, lernschwache Kinder von der Schulbank weg, Menschen in Altersheimen und Kliniken zu ermorden, kommt für unseren Bischof der Moment der Wahrheit. Anders als viele seiner Amtskollegen entscheidet er sich aus seiner menschenliebenden, christlichen Grundeinstellung für die totale Konfrontation, die die Bereitschaft zum Martyrium einschließt. Er hält 3 Predigten, die zum Deutlichsten gehören, was in der gesamten Nazizeit in Deutschland öffentlich gesagt wurde. Er droht klipp und klar damit, daß sich Katholiken an diesen Staat nicht mehr gebunden fühlen können, er kündigt den Nazis de facto Ihre einseitig verkündete "Volksgemeinschaft" auf.

Hitler schäumt und tobt und fordert den Kopf des Bischofs, doch der gewiefte Machtmensch Goebbels weist nachdrücklich auf die Gefahr hin, daß sich die katholischen Teile Deutschlands tatsächlich abwenden könnten. Die Hinrichtung von Galens wird auf "nach dem Endsieg" verschoben (und findet deshalb nie statt), die sogenannte "Euthanasie"-Mordaktion wird eingestellt.

Das Regime rächt sich für diese massive Niederlage mit einer harten Gangart gegen die Kirche in den verbleibenden Jahren bis zum Zusammenbruch. Alle Orden werden verboten, die kirchlichen Schulen geschlossen, das ganze kirchliche Leben unterdrückt, viele Priester und Gläubige bezahlen mit dem Leben für ihre Überzeugung und ihren Widerstand.

Clemens August ist ein Heiliger des Kairos, des rechten Augenblicks, den die Griechen gar als Gott verehrten. Jetzt oder nie, Sekt oder Selters: manchmal gibt es nur schwarz und weiß, richtig oder falsch.

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Heiliger des Monats April 2010 Benedikt von San Fratello
Heiliger des Monats April 2010 Benedikt von San Fratello

Fest: 04. April

Salopp gesagt, ist die Kirche ein wirklich großer Laden. Ein sehr sehr großer Laden, dessen Stockwerke und Seitenflügel man nicht mit einem Blick erfaßt. Derzeit gilt das allgemeine Interesse vorwiegend einigen gewaltig vermufften Kellergewölbe des Kirchenbaus, in denen verborgen vor dem Licht der Sonne Mißbrauch und Lieblosigkeit ihr langjähriges Zuhause hatten. Wie man hört, soll renoviert werden.


Immer wieder war die Kirche jedoch auch das, was die kritische öffentliche Meinung am wenigsten von ihr erwartet: eine Stütze des Fortschritts, eine tätige Helferin bei der Befreiung des Menschen aus seiner Sündhaftigkeit, seiner Befreiung hin zur Liebesfähigkeit, zur frohen Botschaft, die doch einst am Anfang stand.


Im Jahr 1743 sprach Papst Benedikt XIV. einen unscheinbaren, frommen, demütigen und friedlichen Bettelmönch namens Benedikt selig, 1807 machte ihn Papst Pius VII. zum Heiligen.
Der Schreiber dieser Zeilen sieht vor seinem inneren Auge bereits die gähnenden Leser, die von seit Jahrhunderten vergessenen Kapuzinern mit unwiderstehlicher Macht in den Tiefschlaf vorm Bildschirm getrieben werden: Kinder, wo bleibt die Message ??


Anfang des 18. Jahrhunderts steht die Sklaverei weltweit in Blüte: wie mehr oder weniger schon immer, "der Mensch ist gar nicht gut", der Dichter Brecht hat oft recht. In der westlichen Hälfte der Welt sind vor allem die farbigen Bewohner Afrikas die Opfer der Sklavenjäger. Hauptkunden sind die englischen, französischen, spanischen und portugiesischen Plantagenbesitzer Nord- und Südamerikas. Sie beuten diese versklavten Menschen aus, demütigen und quälen, morden - alles mit dem Einverständnis der weltlichen Obrigkeit. - Vor allem sollen diese unterdrückten Massen keinesfalls zum Bewußsein ihres Wertes als gleichberechtigte Menschen kommen !


Es ist unter diesen Umständen ein erstes, kräftiges Zeichen der Hoffnung, als 1743 dieser stille franziskanische Laienbruder Benedikt den "Seligen" zugeschlagen wird, denen, deren Leben Gott wohlgefällt - denn Benedikt ist der farbige Sohn farbiger Eltern, nach Sizilien "importierter" Sklaven aus Schwarzafrika. Es ist ein Statement für die Gleichheit aller Menschen vor Gott, und es wird verstanden. In den katholischen Sklavenhalterstaaten Lateinamerikas wird der in Europa vergessene Benedikt von San Fratello populär, bis heute ist seine Veehrung in Südamerika verbreitet.


Zum Guten führen 1.000 kleine Schritte - hier gingen Päpste voran. Löblich, das hätten wir gerne öfter.

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Heilige des Monats Mai 2010 Johanna von Orleans
Heilige des Monat Mai 2010 Johanna von Orleans

Fest: 30. Mai

Patronin Frankreichs und des Rundfunks

Es gibt Heilige, die sind so atemberaubend fromm, die kucken kaum aus ihrer Kutte - die sind so lieb, die tragen die Spinnen lebend aus dem Haus in den Garten - und wirken da so behutsam, daß ihnen das Efeu über die Sandalen wächst - ja ja, so was gibt´s. Geht aber auch anders.


Die kleine Johanna hat schon als Mädchen gewaltige Visionen. Gewalttätige Visionen. Sie spricht mit dem Erzengel Michael, dem Träger des Flammenschwerts, dem schreckenerregenden Anführer der himmlischen Heerscharen. Einer muß Dreinschlagen. Einer muß Gottes Vorsehung die Hand reichen, Gottes Hammer sein, die rächende Hand des Herrn. Eine ?


Vor knapp 600 Jahren tobt in Frankreich ein endloser Krieg. Die Engländer haben einen Großteil des Landes besetzt, Kriegshorden aus ganz Europa foltern, morden, vergewaltigen. Die französischen Großen haben resigniert - oder sich arrangiert. Das Volk leidet entsetzlich.


Mit 16 findet Johanna, daß es Zeit ist. Sie erzählt von ihren Erscheinungen: sie, Johanna, habe von Gott klipp und klar den Auftrag erhalten, den jungen französischen Thronfolger zur Krönung nach Reims zu führen. Dieser werde dann als siegreicher König die Engländer aus dem Land werfen.
Niemand kann das einfache Bauernmädchen aufhalten. Wer mit ihr spricht, ist überzeugt, daß sie eine Gesandte Gottes ist. Krieg ist Männersache, Sache der Adligen, aber Johanna dringt bis zum Thronfolger vor. Dieser stimmt zu, wacht aus seiner Lethargie auf, Johanna ist überwältigend.


Das Mädchen greift sich Pferd, Rüstung und Schwert und erfüllt die Prophezeiungen Wort für Wort. Bei Orléans schlägt sie die Engländer in die Flucht, und schon am 17. Juli 1429 wird in der Kathedrale von Reims aus dem ehedem schlappen Prinzen Karl ein König von Frankreich.


Johanna steht dabei neben dem Altar und bezeichnet ihre Mission als beendet. Sie hätte fest bleiben und ihre Jugend von nun an genießen sollen - aber der König hält sie am Hof und beschäftigt sie mit nur halbherzig unterstützten Militäraktionen. Sie fällt den Engländern in die Hände und wird nach einem Schauprozeß verbrannt, gerade 19, im Wonnemonat Mai.


Nach dem grauenhaften 1. Weltkrieg brauchen die Franzosen Trost, wollen aufgerichtet werden: und so spricht man Johanna heilig, deren Tod fast 500 Jahre zurück liegt, die den 100jährigen Krieg seinem Ende ein gutes Stück näher brachte.


Bei einer ländlichen Feldprozession in den 1920ern segnet der Pastor alle Äcker seiner Eifeler Schäfchen - nur vor den Furchen eines besonders faulen Bauern zuckt seine Hand zurück, spricht sein Mund die Worte: "Hier hilft kein Segnen, hier hilft nur Mist !"
Ebenso gibt es politische Situationen, wo Beten nicht genug ist, wo es anderer Kraftakte bedarf: man hätte Hitler aufhalten können, klar.
Oder anders: eine Kalaschnikow macht noch keinen Heiligen - aber es gibt Heilige mit Kalaschnikow.

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Heiliger des Monats Juni 2010 Johannes der Täufer
Heiliger des Monats Juni 2010 Johannes der Täufer

Fest: 24. Juni

Schutzpatron vieler Länder und zahlloser Berufe, u.a. der Schneider, Maurer und Steinmetze, der Sänger, Musiker und Tänzer, außerdem der Schafe und aller Haustiere

Vor und um 1980 lebte mitten unter uns der Punk. Wenn man diesen Ur-Punk denen, die damals noch zu klein waren und denen, die sich die Ohren zugehalten haben, erklären wollte, könnte man sagen: Punk sagt nein, wo andere ja sagen (und umgekehrt), ohne groß auf Inhalte Rücksicht zu nehmen: mal kucken, was passiert, der Teufel ist die Gewohnheit. Durch ständiges den Institutionen "Vor-den-Koffer-treten" mit dem Springerstiefel übt sich der Punk in Materialprüfung. Wo gehobelt wird, fallen Späne.

So einer ist Johannes. Wo die Jerusalemer Tempelpriester in gestickten Paramenten lustwandeln wie nur je ein Papst mit roten Pantoffeln, wickelt er sich in eine grobe Kamelhaardecke, lehnt das Geld ab (was ja auch heute noch den kompletten Outsider macht - dem Mammon gehört unser aller Herzelein), ißt was er findet und hält rotzige Reden am Rande der Wüste. Sein Schlachtruf ist "Kehrt um !", hört auf, ihr seid total bekloppt, no future für euren Highway to Hell. Johannes ist immer für Rabatz zu haben. Mehr und mehr Leute beeindruckt er, er tauft sie im Fluß, gibt ihnen mit "Bereitet dem Herrn den Weg !", alles andere ist Quatsch, ihr habt nur ein Leben, vergeudet es nicht mit aufgeblasenem Mist. Die lieben Bürger nennt er "Schlangenbrut" und Zombies, "übertünchte Gräber" mit verfaultem Inhalt. No future, so jedenfalls nicht.

Eine Gruppe Gutmenschen (Johannes hätte sicher "Sch...liberale" gesagt) will ihn zähmen und einwickeln, quasselt auf ihn ein so à la "Wir kommen alle alle alle in den Himmel, weil wir so brav sind, weil wir Gottes Kinder, weil wir das erwählte Volk sind". Johannes brüllt sie in Grund und Boden: "Aus jedem verdammten Stück Dreck kann Gott Kinder Abrahams machen", Euer Laber interessiert ÜBERHAUPT nobody. Auf jeden einzelnen kommt es an, auf dich kommt es an, tu du das richtige jetzt oder laß es jetzt. It´s up to you what you´re really gonna do. It´s up to you strictly you and you.

Seinen König, der sich um Gott nicht schert und meint, auch im Heiligen Land rumlottern zu können wie die anderen römischen Skavenhalter und Leuteschinder, greift er frontal an: was ihm erst den Knast beschert und dann den Kopf kostet.

Ausgerechnet von ihm sagt Christus: "Echt, glaubt´s mir: unter allen Menschenkindern war keins größer als Johannes der Täufer." - So spontan würde man wohl meinen, wenn Jesus Musik hörte, wäre es Klassik, so hingejubelte Festmessen mit Orgelgeorgel und himmlischen Chören. - Mal im Ernst, ist doch alles gar nicht wahr. Jesus liebt Punk.

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Heilige des Monats Juli 2010 Maria Magdalena
Heilige des Monats Juli 2010 Maria Magdalena

Fest: 22. Juli

Patronin der Frauen insgesamt, im besonderen der reuigen Sünderinnen; der Kinder, die schwer gehen lernen; der Friseurinnen und Kosmetikerinnen, der Parfümhersteller; der Schüler und Studenten

In den 1980er Jahren sang Sandra „I´ll never be Maria Magdalena“, ich werde nie zur Maria von Magdala. Irgendwie gings um wilde Leidenschaft, und sie wollte nichts bereuen müssen. Anders als die Maria Magdalena jedenfalls. Die andere Seite sind dann die Keuschen, die der Fleischeslust fernstehen. Die wollen auch nicht wie Maria Magdalena sein.

Maria Magdalena war immer eine Heilige für uns normale Menschen in der Mitte: der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Einerseits bejahen wir das Gute und sehnen uns danach, andererseits sitzt uns das Teufelchen auf der linken Schulter und flüstert uns was ...

Und sie, die junge Frau aus Magdala im Norden Israels, hatte diesen Widerspruch sozusagen körperlich zu leben.
Die Legende setzt sie mit der namenlosen reuigen Prostituierten gleich, die Jesus bei einem Essen (bei dem man damals ja lag) mit ihren Tränen die Füße wusch und diese dann salbte.

Im Musical „Jesus Christ Superstar“ singt sie „I don´t know how to love him”, wie soll ich ihn nur lieben. Von ganzem Herzen – oder doch mit dem ganzen Körper – und wie schön wäre es, wenn beides ginge !!

Die Evangelien sehen sie, die Jesus aus einer inneren Krise gerettet hatte (damals hieß das „böse Geister austreiben“), immer treu an seiner Seite – auch in den fürchterlichen Todesstunden, als fast alle anderen weg waren, auch am Grab, als er ihr als erster von allen auferstanden erschien. Und da sagt er zu ihr „noli me tangere“, berühre mich nicht !

Die ältere Kunst stellt Maria Magdalena oft verzweifelt am Fuß des Kreuzes dar: alle Träume geplatzt, der eine Gute stirbt unter schrecklichen Qualen, die alltäglichen Mitläufer und die alltäglichen Verbrecher bleiben übrig, Schweinewirtschaft, wie so oft, der Lauf der Welt. Das malt überwältigend der Künstler des Kreuzaltars im Kölner Wallraf-Richartz-Museum: unbedingt anschauen !

Neuere Romane versuchen, die dem Mittelalter eigene fromme Freude an schönen Legenden durch wilde Räuberpistolen zu toppen, in denen Maria Magdalena mit Jesus einen ganzen Kindergarten zeugt und den Babybrei im Heiligen Gral serviert. Wer´s mag, nun denn.

Die Kern-Botschaft der echten Maria ist knackiger: eine Frau in einer Männerwelt hat Probleme, verkriecht sich aber nicht, sondern formuliert sie und teilt sie mit dem Menschen, dem sie vertraut. Sie hat den Mut, ihre Liebe zu leben und den Menschen zu unterstützen, der die Liebe predigt und der ihre Unterstützung braucht (denn Feinde hat er schon mehr als genug). Das Geschwätz der Leute interessiert sie nicht, sie macht´s einfach. Klasse, find ich gut.

P.S. 1: Reue befreit, gibt Power für radikale Neuanfänge. Keine Panik vor dem Spiegelbild, dem Alleinsein - man kann sich eh nicht davonlaufen. Unsere Bibelhelden gingen zum Turnaround in die Wüste, Rheinisch-Katholische können beichten (sehr altmodisch, very cool), allen tut das Pilgern gut (Hape !). Oder einfach ein paar Tage allein in die Dünen setzen. Klappt alles, versprochen, nur nicht bange sein – „uns trennt nichts vom Paradies, außer unsrer Angst“.

P.S. 2: Wallraf-Richartz-Museum nicht vergessen, kostet ja nicht die Welt – und donnerstags ist bis 22 Uhr auf: paßt eigentlich immer.

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Heiliger des Monats August 2010: Friedrich Spee
Heiliger des Monats August 2010: Friedrich Spee

Fest: 7. August

Patron der Dichter, der politischen Journalisten und Sachbuchautoren, der unschuldig Verfolgten, der Gefangenen, von Amnesty International

Nun, es sei gleich zu Beginn gestanden, das obige ist alles pures Wunschdenken – zu schön um wahr zu sein. Man hat manchmal das Gefühl, unsere liebe Mutter Kirche ernenne an prominenten Ordensgeistlichen alles zu Heiligen oder Seligen, was bei 3 nicht auf den Bäumen ist: aber des Jesuitenpaters Friedrich Spee hat sie sich bisher nicht angenommen. Also tun wir es hier und jetzt !

Man verbindet den Begriff „Hexe“ gern mit „finsterem Mittelalter“, aber im Mittelalter gab es weder „Hexenwahn“ noch Folter als „Instrument der Rechtspflege“. Standpunkt der Kirche war, dass es Zauberei gar nicht gäbe, dass das alles nur Einbildung und Aberglaube sei, man eingebildete Sachen aber schlecht bestrafen könne.

Die bekannten „Hexenverfolgungen“ gehen erst nach dem Ende des gar nicht so finsteren Mittelalters los – für den echten Horror braucht es offenbar modernere Zeiten. Der sich von etwa 1550 bis 1700 austobende Hexenwahn hatte viele Väter. Im Kern ist er eine Volksbewegung, die sich in ihren Mechanismen gut mit dem Faschismus des 20. Jahrhunderts vergleichen lässt. Von Sozialneid und blinder Aggression gespeist, denunziert ein Nachbar den anderen - auch die Gestapo des 3. Reichs konnte ja nur einen Bruchteil der pausenlos eingehenden Petzereien bearbeiten, konnte sich vor mordlustigen Normalbürgern kaum retten.

Regelrechte Verbrecher sehen und nutzen da Ihre Chance: die Oberschichten ganzer Städte (nicht nur die Frauen) werden ausgerottet, das Vermögen eingezogen und unter die Kumpane in Politik und Justiz verteilt – und die Unis nicht zu vergessen ! Denn dort verdienen sich die Herren Professoren eine goldene Nase an unsinnigen Rechtgutachten zu den abgekarteten Prozessen.

In diesem Sinne treibt es Anfang des 17. Jahrhunderts auch der Würzburger Bischof als weltlicher Herr seines Ländchens – und hier kommt Pater Friedrich ins Spiel.

Friedrich Spee ist ein Rheinländer aus der Düsseldorfer Umgebung, 1591 in eine durchaus betuchte Adelsfamilie hineingeboren. Gegen den Willen der Eltern wird er mit 19 Jahren Jesuit (statt Beamter oder Militär), er hat Ideale, träumt davon in Indien die Botschaft der Liebe zu verbreiten und ist zudem einer der besten Dichter seines Jahrhunderts (viele seiner Lieder werden heute noch gesungen).

Wohl in Würzburg ist es, wo der junge, hochtalentierte Pater verurteilten „Hexen“ die Beichte abzunehmen hat – und dabei zu der klaren Überzeugung kommt, daß hier Unschuldige hingerichtet werden, denen man mit Hilfe der Folter völlig irre Geständnisse abgerungen hat. Er ist entsetzt und schreibt sich sein Entsetzen von der Seele: „Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse - Cautio Criminalis“, nennt er sein Buch, daß 1631 erscheint und die Praxis der erfolterten Geständnisse ad absurdum führt.

Diese Breitseite nehmen ihm insbesondere die hochgestellten Nutznießer dieser sehr einträglichen, reichsweit wohlorganisierten Kriminalität übel. Man will ihn so schnell wie möglich tot sehen, trotz anonymen Erscheinens des Buches kennt und hetzt man ihn bald, das Netz zieht sich zu. Der Orden „versteckt“ seinen mutigsten Priester im Kriegsgebiet, im umkämpften Trier (30jähriger Krieg ...) – wo er sich bei der Pflege verwundeter Soldaten die Pest holt und am 07. August 1635 stirbt, erst 44 Jahre alt.

Sein Grab wurde vor wenigen Jahren wiedergefunden, man kann es in Trier in der Jesuitenkirche besuchen und einem Vorbild aller Aufrechten seine Refernz erweisen: einem Streiter für die Menschlichkeit, für die Schwachen und Verratenen, einem echten Helden – und ganz ganz sicher einem Heiligen, auch wenn Rom das noch nicht bemerkt hat.

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Heilige des Monats September 2010: Thekla von Ikonium
Heilige des Monats September 2010: Thekla von Ikonium

Festtag: 23. September

Patronin der Sterbenden, gegen Augenleiden, in Feuersgefahr

Den Heiligen Friedrich Spee des letzten Monats hat die Kirche noch nicht anerkannt, die heilige Thekla hat die katholische Kirche (nicht die orthodoxe) erst vor wenigen Jahren wieder aus dem Kalender gelöscht – beides schlecht begründet. Bei Thekla heißt es seitens der katholischen Offiziellen, ihr Leben und Wirken sei nicht hinreichend sicher belegbar – dabei gibt es Akten aus urchristlicher Zeit, viele Kirchenväter gedenken ihrer, schon in der Antike ist ihre Verehrung im gesamten östlichen Mittelmeerraum weit verbreitet, die Tradition ist stark und alt. Wieso diese Streichung, wo der Kirche sonst die Tradition wichtiger ist als Bibel, Fakten und gesunder Menschenverstand zusammen ? Der Wind weht hier von wo ganz anders her.

Thekla ist ein Teenager, als der heilige Paulus im Jahr 50 in ihrer Heimatstadt Ikonium (dem heute türkischen Konya) predigt. Zwei Tage lang hört sie ihm vom Balkon ihres Elternhauses aus zu: „Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen ... Selig, die das Fleisch keusch bewahren, denn sie werden Tempel Gottes werden ... Selig die Enthaltsamen, denn zu ihnen wird Gott sprechen.“ Sie ist hingerissen.

Mit dem Feuer der Jugend teilt sie ihren Eltern mit, wo der Hammer hängt, und ihrem Verlobten, dass sie nicht heiraten wird. Die Entscheidung, ihr Ding durchzuziehen, Gott mehr als den Menschen zu folgen, spirituell zu leben, steht. – Die üblichen Repressionen setzen ein: Paulus wird gegeißelt und rausgeschmissen, Thekla zum Feuertod verurteilt, kann aber (wie wunderbar auch immer) aus Ikonium fliehen und Paulus nach Antiochia in Syrien folgen. Dort wehrt sie sich erfolgreich gegen männliche Gewalt – und landet in der Arena vor den wilden Tieren, ein einzelnes Mädchen in einer fremden Stadt, wie es so geht. Sie überlebt, auch Dank des Eingreifens einer mächtigen Frau, der historisch gut belegten Königin Tryphaina von Pontos. So kann Sie in Myra, wohin sie in Männerkleidern gereist ist, endlich Paulus treffen, und erhält vom ihm den Auftrag, ihre Heimatstadt Ikonium zu missionieren. Sie wirkt dort auch erfolgreich, bevor sie nach Seleukia (dem heute türkischen Silifke) geht, wo sie ebenfalls viele Menschen bekehrt und im hohen Alter geachtet und verehrt eines natürlichen Todes stirbt.

Also warum haben die alten Männer in Rom Thekla aus dem Verzeichnis der Heiligen gelöscht? Eine erfolgreiche, jahrzehntelang tätige, vom Apostel Paulus höchstselbst eingesetzte Apostelin, Priesterin, Missionarin? Weil unsere verkalkten, verknöcherten, hartherzigen Hierarchen immer noch nicht verstanden haben, dass Gott den Menschen als Mann und Frau schuf, gleich berechtigt, gleich heilig, ganz wunderbare Geschöpfe, denen nichts fehlt – keinem von beiden.

Heilige Maria, hilf deinen Töchtern – und lass Hirn regnen, reichlich, du weißt schon wo

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Heilige des Monats Oktober 2010: Ursula
Heilige des Monats Oktober 2010: Ursula

Fest: 21. Oktober

Patronin der Stadt Köln, der Jugend, der Erzieher, der Universität Paris, für eine gute Heirat und eine gute Ehe, einen ruhigen Tod, gegen Kinderkrankheiten und Qualen des Fegefeuers, in Kriegszeiten.

Die Sache mit der heiligen Ursula hat besonders viele Facetten. Einmal ist es eine spannende Story aus dem fabulierfreudigen Mittelalter, schön und ausführlich erzählt auf http://www.heilige-ursula.de/legende/legende_13_jahrhundert.html - man erfährt dort von Ursula, der christlichen Prinzessin der Bretagne, die den heidnischen Prinzen von England heiraten soll (Politik ...); die sich die Taufe des Verlobten ausbedingt, 3 Jahre Zeit bis zur Hochzeit und eine Schar von Gefährtinnen; diese selbstbewußte Teenie-Truppe reist dann mitten in der übelsten Völkerwanderungszeit den Rhein runter, über die Alpen bis nach Rom und retour; wird dann von den seinerzeit unter Attila Köln belagernden Hunnen gestellt und hingemetzelt - man wundert sich, daß der sehr farbige Stoff in den 1950er-Jahren nicht in einen Sandalenfilm gegossen wurde.


Zum anderen ist die Geschichte, wie die guten Kölner 1.000 Jahre lang die ganze Welt mit den Reliquien der 11.000 ermordeten Mädels versorgen, auch ein Ding für sich - soll diesen tüchtigen Rheinländern erst mal einer nachmachen ! Was für ein sensationell unverwüstliches Marketing - und alles mit doch irgendwie "nachwachsenden Bio-Rohstoffen"....


Zum Dritten hat die liebe Ursula ein gewaltiges Weiterleben. Ihre Legende macht den Begriff des Opfers, der uns heute ganz unendlich fremd ist, unmittelbar erlebbar. Im festen Glauben, daß die Liebe stärker ist als der Tod und das in einer anderen Welt mit ganz anderer Münze gezahlt wird als mit unserem Blech geht sie trotz Warnungen und Visionen sehenden Auges ins Martyrium. Und sie geht nicht allein - die beispiellose Wucht von 11.000 Märtyrerinnen bekräftigt anders als der vereinzelte Mut eines alleinstehenden Bekenners die Seelengröße, die allein das Vertrauen auf Gott verleiht.


"Katholisch" heißt übersetzt "umfassend", das ist und bleibt Programm der Weltkirche - die eher unkatholisch enge, um nicht zu sagen beschränkte Sicht mancher heutiger, immer und immer noch nur männlicher Kirchenoberen soll uns da nicht täuschen. Welch ein kraftvolles Vorbild für die Mädchen Europas diese Ursula stets war ! Über Sprüchelchen wie Kinder=Küche=Kirche hätte sie zusammen mit ihren 11.000 nur schallend gelacht.


Ursulas zu Hause ist ein wunderschönes Beispiel für die Integrationskraft des Katholizismus. Ihr uraltes Gemäuer zu Köln am Rhein umschließt aufs Friedlichste ein keltisch-römisches Wasserheiligtum (der Brunnen soll sich bis heute in der Unterkirche finden (ich war selbst noch nicht in der Krypta)). Im Volksglauben hieß es, "am Grunde dieses Brunnens spielt die Mutter Maria mit den Seelen der ungeborenen Kölner Kinder". Wilde Mythen der Vorzeit, geborgen im unsichtbaren Kreis der 11.000 Girlies aus der Völkerwanderung, die in der "Goldenen Kammer" im Turm auch im 3. Jahrtausend ausgesprochen handgreiflich wachen ...


An solchen Plätzen schnurren Jahrhunderte zu Augenblicken zusammen, da strömt rheinische Spiritualität - "sursum corda, erhebet die Herzen !" - der Alltag hat einen ja schnell genug wieder.

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