Sonntag, 25. November 2012
Heilige des Monats Oktober 2010: Ursula
saintblog, 19:26h
Heilige des Monats Oktober 2010: Ursula
Fest: 21. Oktober
Patronin der Stadt Köln, der Jugend, der Erzieher, der Universität Paris, für eine gute Heirat und eine gute Ehe, einen ruhigen Tod, gegen Kinderkrankheiten und Qualen des Fegefeuers, in Kriegszeiten.
Die Sache mit der heiligen Ursula hat besonders viele Facetten. Einmal ist es eine spannende Story aus dem fabulierfreudigen Mittelalter, schön und ausführlich erzählt auf http://www.heilige-ursula.de/legende/legende_13_jahrhundert.html - man erfährt dort von Ursula, der christlichen Prinzessin der Bretagne, die den heidnischen Prinzen von England heiraten soll (Politik ...); die sich die Taufe des Verlobten ausbedingt, 3 Jahre Zeit bis zur Hochzeit und eine Schar von Gefährtinnen; diese selbstbewußte Teenie-Truppe reist dann mitten in der übelsten Völkerwanderungszeit den Rhein runter, über die Alpen bis nach Rom und retour; wird dann von den seinerzeit unter Attila Köln belagernden Hunnen gestellt und hingemetzelt - man wundert sich, daß der sehr farbige Stoff in den 1950er-Jahren nicht in einen Sandalenfilm gegossen wurde.
Zum anderen ist die Geschichte, wie die guten Kölner 1.000 Jahre lang die ganze Welt mit den Reliquien der 11.000 ermordeten Mädels versorgen, auch ein Ding für sich - soll diesen tüchtigen Rheinländern erst mal einer nachmachen ! Was für ein sensationell unverwüstliches Marketing - und alles mit doch irgendwie "nachwachsenden Bio-Rohstoffen"....
Zum Dritten hat die liebe Ursula ein gewaltiges Weiterleben. Ihre Legende macht den Begriff des Opfers, der uns heute ganz unendlich fremd ist, unmittelbar erlebbar. Im festen Glauben, daß die Liebe stärker ist als der Tod und das in einer anderen Welt mit ganz anderer Münze gezahlt wird als mit unserem Blech geht sie trotz Warnungen und Visionen sehenden Auges ins Martyrium. Und sie geht nicht allein - die beispiellose Wucht von 11.000 Märtyrerinnen bekräftigt anders als der vereinzelte Mut eines alleinstehenden Bekenners die Seelengröße, die allein das Vertrauen auf Gott verleiht.
"Katholisch" heißt übersetzt "umfassend", das ist und bleibt Programm der Weltkirche - die eher unkatholisch enge, um nicht zu sagen beschränkte Sicht mancher heutiger, immer und immer noch nur männlicher Kirchenoberen soll uns da nicht täuschen. Welch ein kraftvolles Vorbild für die Mädchen Europas diese Ursula stets war ! Über Sprüchelchen wie Kinder=Küche=Kirche hätte sie zusammen mit ihren 11.000 nur schallend gelacht.
Ursulas zu Hause ist ein wunderschönes Beispiel für die Integrationskraft des Katholizismus. Ihr uraltes Gemäuer zu Köln am Rhein umschließt aufs Friedlichste ein keltisch-römisches Wasserheiligtum (der Brunnen soll sich bis heute in der Unterkirche finden (ich war selbst noch nicht in der Krypta)). Im Volksglauben hieß es, "am Grunde dieses Brunnens spielt die Mutter Maria mit den Seelen der ungeborenen Kölner Kinder". Wilde Mythen der Vorzeit, geborgen im unsichtbaren Kreis der 11.000 Girlies aus der Völkerwanderung, die in der "Goldenen Kammer" im Turm auch im 3. Jahrtausend ausgesprochen handgreiflich wachen ...
An solchen Plätzen schnurren Jahrhunderte zu Augenblicken zusammen, da strömt rheinische Spiritualität - "sursum corda, erhebet die Herzen !" - der Alltag hat einen ja schnell genug wieder.
Fest: 21. Oktober
Patronin der Stadt Köln, der Jugend, der Erzieher, der Universität Paris, für eine gute Heirat und eine gute Ehe, einen ruhigen Tod, gegen Kinderkrankheiten und Qualen des Fegefeuers, in Kriegszeiten.
Die Sache mit der heiligen Ursula hat besonders viele Facetten. Einmal ist es eine spannende Story aus dem fabulierfreudigen Mittelalter, schön und ausführlich erzählt auf http://www.heilige-ursula.de/legende/legende_13_jahrhundert.html - man erfährt dort von Ursula, der christlichen Prinzessin der Bretagne, die den heidnischen Prinzen von England heiraten soll (Politik ...); die sich die Taufe des Verlobten ausbedingt, 3 Jahre Zeit bis zur Hochzeit und eine Schar von Gefährtinnen; diese selbstbewußte Teenie-Truppe reist dann mitten in der übelsten Völkerwanderungszeit den Rhein runter, über die Alpen bis nach Rom und retour; wird dann von den seinerzeit unter Attila Köln belagernden Hunnen gestellt und hingemetzelt - man wundert sich, daß der sehr farbige Stoff in den 1950er-Jahren nicht in einen Sandalenfilm gegossen wurde.
Zum anderen ist die Geschichte, wie die guten Kölner 1.000 Jahre lang die ganze Welt mit den Reliquien der 11.000 ermordeten Mädels versorgen, auch ein Ding für sich - soll diesen tüchtigen Rheinländern erst mal einer nachmachen ! Was für ein sensationell unverwüstliches Marketing - und alles mit doch irgendwie "nachwachsenden Bio-Rohstoffen"....
Zum Dritten hat die liebe Ursula ein gewaltiges Weiterleben. Ihre Legende macht den Begriff des Opfers, der uns heute ganz unendlich fremd ist, unmittelbar erlebbar. Im festen Glauben, daß die Liebe stärker ist als der Tod und das in einer anderen Welt mit ganz anderer Münze gezahlt wird als mit unserem Blech geht sie trotz Warnungen und Visionen sehenden Auges ins Martyrium. Und sie geht nicht allein - die beispiellose Wucht von 11.000 Märtyrerinnen bekräftigt anders als der vereinzelte Mut eines alleinstehenden Bekenners die Seelengröße, die allein das Vertrauen auf Gott verleiht.
"Katholisch" heißt übersetzt "umfassend", das ist und bleibt Programm der Weltkirche - die eher unkatholisch enge, um nicht zu sagen beschränkte Sicht mancher heutiger, immer und immer noch nur männlicher Kirchenoberen soll uns da nicht täuschen. Welch ein kraftvolles Vorbild für die Mädchen Europas diese Ursula stets war ! Über Sprüchelchen wie Kinder=Küche=Kirche hätte sie zusammen mit ihren 11.000 nur schallend gelacht.
Ursulas zu Hause ist ein wunderschönes Beispiel für die Integrationskraft des Katholizismus. Ihr uraltes Gemäuer zu Köln am Rhein umschließt aufs Friedlichste ein keltisch-römisches Wasserheiligtum (der Brunnen soll sich bis heute in der Unterkirche finden (ich war selbst noch nicht in der Krypta)). Im Volksglauben hieß es, "am Grunde dieses Brunnens spielt die Mutter Maria mit den Seelen der ungeborenen Kölner Kinder". Wilde Mythen der Vorzeit, geborgen im unsichtbaren Kreis der 11.000 Girlies aus der Völkerwanderung, die in der "Goldenen Kammer" im Turm auch im 3. Jahrtausend ausgesprochen handgreiflich wachen ...
An solchen Plätzen schnurren Jahrhunderte zu Augenblicken zusammen, da strömt rheinische Spiritualität - "sursum corda, erhebet die Herzen !" - der Alltag hat einen ja schnell genug wieder.
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