Sonntag, 25. November 2012
Heilige des Monats Februar 2010 die Märtyrer der heiligen Bücher
saintblog, 20:53h
Heilige des Monats Februar 2010 die Märtyrer der heiligen Bücher
Fest: 11. Februar
Wobei man heute nicht alles so sein Leben riskiert: im Sport, bei Wetten in Fernseh-Shows, Samstagnacht betrunken auf 4 Rädern, mit kleinen Pillchen gegen den Blues, mit viel zu viel Schweinebraten (wer hätte das je für möglich gehalten). Ließe einer sein Leben beim Versuch, sein Automobil vor Dieben zu retten, er wäre der Boulevardpresse ein nationaler Held.
"Märtyrer der heiligen Bücher" - was für ein schräger Satz. Heute praktisch unsagbar. Erinnert an Selbstmordattentäter. Außer dem Artikel "der" paßt keins der Worte in die moderne Welt. Richtig ein bißchen unheimlich. Wie der Titel eines historischen Krimis mit mindestens 850 Seiten und eimerweise Tinten-Blut. Für Bücher sterben ?
303 startet der römische Kaiser Diokletian die letzte und zugleich brutalste aller Christenverfolgungen. Seinem Ziel eines starken Staates stehen die Christen mit ihren menschenfreundlichen Moralvorstellungen im Weg. Leute mit Prinzipien kann man nicht "durchregieren".
Christen wollen starke Menschen, nicht starke Staaten. Und so ordnet er die Ausrottung an, wie nach ihm noch so viele: die Politiker der französischen Revolution, Mao, Lenin und Stalin. Hitler kam nicht ganz so weit - 12 Jahre waren einfach zu kurz ...
Diokletian läßt die Kirchen in Flammen aufgehen oder abreißen. Er läßt die Priester töten, die christlichen Bücher, Bibeln und Theologisches, überall aufsuchen und verbrennen.
Nicht wenige wiedersetzen sich, besonders im seinerzeit römischen Nordafrika. Lektoren, denen damals die Aufsicht über die Schriften anvertraut war, verstecken diese und sterben lieber unter der Folter als die Bücher preiszugeben.
Bekannt wird das Schicksal des Lektors Tim und seiner jungen Frau Maura, die erst wenige Wochen zuvor geheiratet hatten. Da Tim, befragt wegen der Bücher, deren Herausgabe verweigert, werden seine Frau und er nebeneinander so gekreuzigt, daß sie erst nach 10 endlosen Tagen sterben.
Gern wird die Antike ja in ein goldenes Licht getaucht, von der tollen Kultur geschwärmt etc.pp. - der menschenverachtenden Sklavenwirtschaft, der pausenlosen Kriege, der nur machtorientierten, völligen Grundsatzlosigkeit des Staates wird dagegen eher selten gedacht. - Will sagen: die Christen wußten nicht nur, wofür sie standen, sie wußten auch sehr genau, wogegen.
Und wie pervers ist denn das: zwei unschuldige verliebte Menschen 10 Tage und 10 Nächte lang in aller Öffentlichkeit sterben lassen ?
Die meisten der damaligen Opfer sind für uns namenlos, es waren ja oft Arme, die den Schneid und das Rückgrat hatten, nein zu sagen. Die Kirche gedenkt ihrer unter dem Namen "der Märtyrer der heiligen Bücher" - was ja auch heute der Kern des Widerstands gegen Diktatoren und ähnliches Gesocks ist: die Parolen der Unmenschlichkeit mit der guten Nachricht der Menschlichkeit zu beantworten.
Kleines Gedankenspiel: welches meiner Bücher ist mir am meisten wert ? Welchen dort niedergelegten Gedanken, welches Ideal würde ich nie verraten ? Und was gäbe ich dafür ? Meinen rechten Arm, die Hand, das Schwarze unterm Fingernagel ?
Fest: 11. Februar
Wobei man heute nicht alles so sein Leben riskiert: im Sport, bei Wetten in Fernseh-Shows, Samstagnacht betrunken auf 4 Rädern, mit kleinen Pillchen gegen den Blues, mit viel zu viel Schweinebraten (wer hätte das je für möglich gehalten). Ließe einer sein Leben beim Versuch, sein Automobil vor Dieben zu retten, er wäre der Boulevardpresse ein nationaler Held.
"Märtyrer der heiligen Bücher" - was für ein schräger Satz. Heute praktisch unsagbar. Erinnert an Selbstmordattentäter. Außer dem Artikel "der" paßt keins der Worte in die moderne Welt. Richtig ein bißchen unheimlich. Wie der Titel eines historischen Krimis mit mindestens 850 Seiten und eimerweise Tinten-Blut. Für Bücher sterben ?
303 startet der römische Kaiser Diokletian die letzte und zugleich brutalste aller Christenverfolgungen. Seinem Ziel eines starken Staates stehen die Christen mit ihren menschenfreundlichen Moralvorstellungen im Weg. Leute mit Prinzipien kann man nicht "durchregieren".
Christen wollen starke Menschen, nicht starke Staaten. Und so ordnet er die Ausrottung an, wie nach ihm noch so viele: die Politiker der französischen Revolution, Mao, Lenin und Stalin. Hitler kam nicht ganz so weit - 12 Jahre waren einfach zu kurz ...
Diokletian läßt die Kirchen in Flammen aufgehen oder abreißen. Er läßt die Priester töten, die christlichen Bücher, Bibeln und Theologisches, überall aufsuchen und verbrennen.
Nicht wenige wiedersetzen sich, besonders im seinerzeit römischen Nordafrika. Lektoren, denen damals die Aufsicht über die Schriften anvertraut war, verstecken diese und sterben lieber unter der Folter als die Bücher preiszugeben.
Bekannt wird das Schicksal des Lektors Tim und seiner jungen Frau Maura, die erst wenige Wochen zuvor geheiratet hatten. Da Tim, befragt wegen der Bücher, deren Herausgabe verweigert, werden seine Frau und er nebeneinander so gekreuzigt, daß sie erst nach 10 endlosen Tagen sterben.
Gern wird die Antike ja in ein goldenes Licht getaucht, von der tollen Kultur geschwärmt etc.pp. - der menschenverachtenden Sklavenwirtschaft, der pausenlosen Kriege, der nur machtorientierten, völligen Grundsatzlosigkeit des Staates wird dagegen eher selten gedacht. - Will sagen: die Christen wußten nicht nur, wofür sie standen, sie wußten auch sehr genau, wogegen.
Und wie pervers ist denn das: zwei unschuldige verliebte Menschen 10 Tage und 10 Nächte lang in aller Öffentlichkeit sterben lassen ?
Die meisten der damaligen Opfer sind für uns namenlos, es waren ja oft Arme, die den Schneid und das Rückgrat hatten, nein zu sagen. Die Kirche gedenkt ihrer unter dem Namen "der Märtyrer der heiligen Bücher" - was ja auch heute der Kern des Widerstands gegen Diktatoren und ähnliches Gesocks ist: die Parolen der Unmenschlichkeit mit der guten Nachricht der Menschlichkeit zu beantworten.
Kleines Gedankenspiel: welches meiner Bücher ist mir am meisten wert ? Welchen dort niedergelegten Gedanken, welches Ideal würde ich nie verraten ? Und was gäbe ich dafür ? Meinen rechten Arm, die Hand, das Schwarze unterm Fingernagel ?
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