Sonntag, 25. November 2012
Heilige des Monats Mai 2010 Johanna von Orleans
saintblog, 20:42h
Heilige des Monat Mai 2010 Johanna von Orleans
Fest: 30. Mai
Patronin Frankreichs und des Rundfunks
Es gibt Heilige, die sind so atemberaubend fromm, die kucken kaum aus ihrer Kutte - die sind so lieb, die tragen die Spinnen lebend aus dem Haus in den Garten - und wirken da so behutsam, daß ihnen das Efeu über die Sandalen wächst - ja ja, so was gibt´s. Geht aber auch anders.
Die kleine Johanna hat schon als Mädchen gewaltige Visionen. Gewalttätige Visionen. Sie spricht mit dem Erzengel Michael, dem Träger des Flammenschwerts, dem schreckenerregenden Anführer der himmlischen Heerscharen. Einer muß Dreinschlagen. Einer muß Gottes Vorsehung die Hand reichen, Gottes Hammer sein, die rächende Hand des Herrn. Eine ?
Vor knapp 600 Jahren tobt in Frankreich ein endloser Krieg. Die Engländer haben einen Großteil des Landes besetzt, Kriegshorden aus ganz Europa foltern, morden, vergewaltigen. Die französischen Großen haben resigniert - oder sich arrangiert. Das Volk leidet entsetzlich.
Mit 16 findet Johanna, daß es Zeit ist. Sie erzählt von ihren Erscheinungen: sie, Johanna, habe von Gott klipp und klar den Auftrag erhalten, den jungen französischen Thronfolger zur Krönung nach Reims zu führen. Dieser werde dann als siegreicher König die Engländer aus dem Land werfen.
Niemand kann das einfache Bauernmädchen aufhalten. Wer mit ihr spricht, ist überzeugt, daß sie eine Gesandte Gottes ist. Krieg ist Männersache, Sache der Adligen, aber Johanna dringt bis zum Thronfolger vor. Dieser stimmt zu, wacht aus seiner Lethargie auf, Johanna ist überwältigend.
Das Mädchen greift sich Pferd, Rüstung und Schwert und erfüllt die Prophezeiungen Wort für Wort. Bei Orléans schlägt sie die Engländer in die Flucht, und schon am 17. Juli 1429 wird in der Kathedrale von Reims aus dem ehedem schlappen Prinzen Karl ein König von Frankreich.
Johanna steht dabei neben dem Altar und bezeichnet ihre Mission als beendet. Sie hätte fest bleiben und ihre Jugend von nun an genießen sollen - aber der König hält sie am Hof und beschäftigt sie mit nur halbherzig unterstützten Militäraktionen. Sie fällt den Engländern in die Hände und wird nach einem Schauprozeß verbrannt, gerade 19, im Wonnemonat Mai.
Nach dem grauenhaften 1. Weltkrieg brauchen die Franzosen Trost, wollen aufgerichtet werden: und so spricht man Johanna heilig, deren Tod fast 500 Jahre zurück liegt, die den 100jährigen Krieg seinem Ende ein gutes Stück näher brachte.
Bei einer ländlichen Feldprozession in den 1920ern segnet der Pastor alle Äcker seiner Eifeler Schäfchen - nur vor den Furchen eines besonders faulen Bauern zuckt seine Hand zurück, spricht sein Mund die Worte: "Hier hilft kein Segnen, hier hilft nur Mist !"
Ebenso gibt es politische Situationen, wo Beten nicht genug ist, wo es anderer Kraftakte bedarf: man hätte Hitler aufhalten können, klar.
Oder anders: eine Kalaschnikow macht noch keinen Heiligen - aber es gibt Heilige mit Kalaschnikow.
Fest: 30. Mai
Patronin Frankreichs und des Rundfunks
Es gibt Heilige, die sind so atemberaubend fromm, die kucken kaum aus ihrer Kutte - die sind so lieb, die tragen die Spinnen lebend aus dem Haus in den Garten - und wirken da so behutsam, daß ihnen das Efeu über die Sandalen wächst - ja ja, so was gibt´s. Geht aber auch anders.
Die kleine Johanna hat schon als Mädchen gewaltige Visionen. Gewalttätige Visionen. Sie spricht mit dem Erzengel Michael, dem Träger des Flammenschwerts, dem schreckenerregenden Anführer der himmlischen Heerscharen. Einer muß Dreinschlagen. Einer muß Gottes Vorsehung die Hand reichen, Gottes Hammer sein, die rächende Hand des Herrn. Eine ?
Vor knapp 600 Jahren tobt in Frankreich ein endloser Krieg. Die Engländer haben einen Großteil des Landes besetzt, Kriegshorden aus ganz Europa foltern, morden, vergewaltigen. Die französischen Großen haben resigniert - oder sich arrangiert. Das Volk leidet entsetzlich.
Mit 16 findet Johanna, daß es Zeit ist. Sie erzählt von ihren Erscheinungen: sie, Johanna, habe von Gott klipp und klar den Auftrag erhalten, den jungen französischen Thronfolger zur Krönung nach Reims zu führen. Dieser werde dann als siegreicher König die Engländer aus dem Land werfen.
Niemand kann das einfache Bauernmädchen aufhalten. Wer mit ihr spricht, ist überzeugt, daß sie eine Gesandte Gottes ist. Krieg ist Männersache, Sache der Adligen, aber Johanna dringt bis zum Thronfolger vor. Dieser stimmt zu, wacht aus seiner Lethargie auf, Johanna ist überwältigend.
Das Mädchen greift sich Pferd, Rüstung und Schwert und erfüllt die Prophezeiungen Wort für Wort. Bei Orléans schlägt sie die Engländer in die Flucht, und schon am 17. Juli 1429 wird in der Kathedrale von Reims aus dem ehedem schlappen Prinzen Karl ein König von Frankreich.
Johanna steht dabei neben dem Altar und bezeichnet ihre Mission als beendet. Sie hätte fest bleiben und ihre Jugend von nun an genießen sollen - aber der König hält sie am Hof und beschäftigt sie mit nur halbherzig unterstützten Militäraktionen. Sie fällt den Engländern in die Hände und wird nach einem Schauprozeß verbrannt, gerade 19, im Wonnemonat Mai.
Nach dem grauenhaften 1. Weltkrieg brauchen die Franzosen Trost, wollen aufgerichtet werden: und so spricht man Johanna heilig, deren Tod fast 500 Jahre zurück liegt, die den 100jährigen Krieg seinem Ende ein gutes Stück näher brachte.
Bei einer ländlichen Feldprozession in den 1920ern segnet der Pastor alle Äcker seiner Eifeler Schäfchen - nur vor den Furchen eines besonders faulen Bauern zuckt seine Hand zurück, spricht sein Mund die Worte: "Hier hilft kein Segnen, hier hilft nur Mist !"
Ebenso gibt es politische Situationen, wo Beten nicht genug ist, wo es anderer Kraftakte bedarf: man hätte Hitler aufhalten können, klar.
Oder anders: eine Kalaschnikow macht noch keinen Heiligen - aber es gibt Heilige mit Kalaschnikow.
... comment