Sonntag, 25. November 2012
Heilige des Monats Juli 2010 Maria Magdalena
saintblog, 19:34h
Heilige des Monats Juli 2010 Maria Magdalena
Fest: 22. Juli
Patronin der Frauen insgesamt, im besonderen der reuigen Sünderinnen; der Kinder, die schwer gehen lernen; der Friseurinnen und Kosmetikerinnen, der Parfümhersteller; der Schüler und Studenten
In den 1980er Jahren sang Sandra „I´ll never be Maria Magdalena“, ich werde nie zur Maria von Magdala. Irgendwie gings um wilde Leidenschaft, und sie wollte nichts bereuen müssen. Anders als die Maria Magdalena jedenfalls. Die andere Seite sind dann die Keuschen, die der Fleischeslust fernstehen. Die wollen auch nicht wie Maria Magdalena sein.
Maria Magdalena war immer eine Heilige für uns normale Menschen in der Mitte: der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Einerseits bejahen wir das Gute und sehnen uns danach, andererseits sitzt uns das Teufelchen auf der linken Schulter und flüstert uns was ...
Und sie, die junge Frau aus Magdala im Norden Israels, hatte diesen Widerspruch sozusagen körperlich zu leben.
Die Legende setzt sie mit der namenlosen reuigen Prostituierten gleich, die Jesus bei einem Essen (bei dem man damals ja lag) mit ihren Tränen die Füße wusch und diese dann salbte.
Im Musical „Jesus Christ Superstar“ singt sie „I don´t know how to love him”, wie soll ich ihn nur lieben. Von ganzem Herzen – oder doch mit dem ganzen Körper – und wie schön wäre es, wenn beides ginge !!
Die Evangelien sehen sie, die Jesus aus einer inneren Krise gerettet hatte (damals hieß das „böse Geister austreiben“), immer treu an seiner Seite – auch in den fürchterlichen Todesstunden, als fast alle anderen weg waren, auch am Grab, als er ihr als erster von allen auferstanden erschien. Und da sagt er zu ihr „noli me tangere“, berühre mich nicht !
Die ältere Kunst stellt Maria Magdalena oft verzweifelt am Fuß des Kreuzes dar: alle Träume geplatzt, der eine Gute stirbt unter schrecklichen Qualen, die alltäglichen Mitläufer und die alltäglichen Verbrecher bleiben übrig, Schweinewirtschaft, wie so oft, der Lauf der Welt. Das malt überwältigend der Künstler des Kreuzaltars im Kölner Wallraf-Richartz-Museum: unbedingt anschauen !
Neuere Romane versuchen, die dem Mittelalter eigene fromme Freude an schönen Legenden durch wilde Räuberpistolen zu toppen, in denen Maria Magdalena mit Jesus einen ganzen Kindergarten zeugt und den Babybrei im Heiligen Gral serviert. Wer´s mag, nun denn.
Die Kern-Botschaft der echten Maria ist knackiger: eine Frau in einer Männerwelt hat Probleme, verkriecht sich aber nicht, sondern formuliert sie und teilt sie mit dem Menschen, dem sie vertraut. Sie hat den Mut, ihre Liebe zu leben und den Menschen zu unterstützen, der die Liebe predigt und der ihre Unterstützung braucht (denn Feinde hat er schon mehr als genug). Das Geschwätz der Leute interessiert sie nicht, sie macht´s einfach. Klasse, find ich gut.
P.S. 1: Reue befreit, gibt Power für radikale Neuanfänge. Keine Panik vor dem Spiegelbild, dem Alleinsein - man kann sich eh nicht davonlaufen. Unsere Bibelhelden gingen zum Turnaround in die Wüste, Rheinisch-Katholische können beichten (sehr altmodisch, very cool), allen tut das Pilgern gut (Hape !). Oder einfach ein paar Tage allein in die Dünen setzen. Klappt alles, versprochen, nur nicht bange sein – „uns trennt nichts vom Paradies, außer unsrer Angst“.
P.S. 2: Wallraf-Richartz-Museum nicht vergessen, kostet ja nicht die Welt – und donnerstags ist bis 22 Uhr auf: paßt eigentlich immer.
Fest: 22. Juli
Patronin der Frauen insgesamt, im besonderen der reuigen Sünderinnen; der Kinder, die schwer gehen lernen; der Friseurinnen und Kosmetikerinnen, der Parfümhersteller; der Schüler und Studenten
In den 1980er Jahren sang Sandra „I´ll never be Maria Magdalena“, ich werde nie zur Maria von Magdala. Irgendwie gings um wilde Leidenschaft, und sie wollte nichts bereuen müssen. Anders als die Maria Magdalena jedenfalls. Die andere Seite sind dann die Keuschen, die der Fleischeslust fernstehen. Die wollen auch nicht wie Maria Magdalena sein.
Maria Magdalena war immer eine Heilige für uns normale Menschen in der Mitte: der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Einerseits bejahen wir das Gute und sehnen uns danach, andererseits sitzt uns das Teufelchen auf der linken Schulter und flüstert uns was ...
Und sie, die junge Frau aus Magdala im Norden Israels, hatte diesen Widerspruch sozusagen körperlich zu leben.
Die Legende setzt sie mit der namenlosen reuigen Prostituierten gleich, die Jesus bei einem Essen (bei dem man damals ja lag) mit ihren Tränen die Füße wusch und diese dann salbte.
Im Musical „Jesus Christ Superstar“ singt sie „I don´t know how to love him”, wie soll ich ihn nur lieben. Von ganzem Herzen – oder doch mit dem ganzen Körper – und wie schön wäre es, wenn beides ginge !!
Die Evangelien sehen sie, die Jesus aus einer inneren Krise gerettet hatte (damals hieß das „böse Geister austreiben“), immer treu an seiner Seite – auch in den fürchterlichen Todesstunden, als fast alle anderen weg waren, auch am Grab, als er ihr als erster von allen auferstanden erschien. Und da sagt er zu ihr „noli me tangere“, berühre mich nicht !
Die ältere Kunst stellt Maria Magdalena oft verzweifelt am Fuß des Kreuzes dar: alle Träume geplatzt, der eine Gute stirbt unter schrecklichen Qualen, die alltäglichen Mitläufer und die alltäglichen Verbrecher bleiben übrig, Schweinewirtschaft, wie so oft, der Lauf der Welt. Das malt überwältigend der Künstler des Kreuzaltars im Kölner Wallraf-Richartz-Museum: unbedingt anschauen !
Neuere Romane versuchen, die dem Mittelalter eigene fromme Freude an schönen Legenden durch wilde Räuberpistolen zu toppen, in denen Maria Magdalena mit Jesus einen ganzen Kindergarten zeugt und den Babybrei im Heiligen Gral serviert. Wer´s mag, nun denn.
Die Kern-Botschaft der echten Maria ist knackiger: eine Frau in einer Männerwelt hat Probleme, verkriecht sich aber nicht, sondern formuliert sie und teilt sie mit dem Menschen, dem sie vertraut. Sie hat den Mut, ihre Liebe zu leben und den Menschen zu unterstützen, der die Liebe predigt und der ihre Unterstützung braucht (denn Feinde hat er schon mehr als genug). Das Geschwätz der Leute interessiert sie nicht, sie macht´s einfach. Klasse, find ich gut.
P.S. 1: Reue befreit, gibt Power für radikale Neuanfänge. Keine Panik vor dem Spiegelbild, dem Alleinsein - man kann sich eh nicht davonlaufen. Unsere Bibelhelden gingen zum Turnaround in die Wüste, Rheinisch-Katholische können beichten (sehr altmodisch, very cool), allen tut das Pilgern gut (Hape !). Oder einfach ein paar Tage allein in die Dünen setzen. Klappt alles, versprochen, nur nicht bange sein – „uns trennt nichts vom Paradies, außer unsrer Angst“.
P.S. 2: Wallraf-Richartz-Museum nicht vergessen, kostet ja nicht die Welt – und donnerstags ist bis 22 Uhr auf: paßt eigentlich immer.
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