Sonntag, 27. Januar 2013
Heilige des Monats Februar 2013 Methodius und Cyrillus
saintblog, 22:04h
Heilige des Monats Februar 2013 Methodius und Cyrillus
Fest: 14. Februar
Patrone der Slawen und der slawischen Länder
Das frühe Mittelalter ist der öffentlichen Meinung eine finstere Zeit. Unwissende Mönche predigen Wasser und trinken Wein, am Wochenende wird eine Hexe geröstet, alles hockt dumpf und dumm hinter dem eigenen Misthaufen. Die vorhergehende griechisch-römische Antike hingegen war der lichte Garten Eden, mit Fußbodenheizung, gewitzten Philosophen und rauschender Wasserspülung.
Lieb gewonnene Legenden eignen der Kirche in reicher Fülle, aber diese Märlein werden heute in Anführungsstriche gesetzt, man erinnert sich ihrer mit Ironie.
Anders bei den verdrehten Halbwahrheiten der Aufklärung, die ihren Status als Fakten seit 200 Jahren so zäh und bierernst wie je ein päpstliches Dogma verteidigen.
Dabei verfolgt doch nicht das Mittelalter selbsternannte oder so bezeichnete „Hexen“, wohl aber taten das Antike und Neuzeit. Im Mittelalter gilt „Zauberei“, ähnlich wie heute, als gegenstandslos, da nicht real, als Selbsttäuschung beschränkter Gemüter. Alle Wundermacht gründet in Gott, was soll Magie da anderes sein als Kinderei.
Edle Einfalt, schlichte Größe, Humanität und überlegene Kultur ? Ein Drittel der Menschen im römischen Reich lebt in der Sklaverei, ist rechtlich Sache, darf gefoltert, vergewaltigt, getötet werden, wird gefoltert, vergewaltigt, getötet, denn was der Mensch darf, das tut er meist auch.
Das christliche Mittelalter gesteht bei aller alltäglichen Härte jedem Menschen eine Seele zu, vor Gott sind wir gleich. Diese Haltung konfrontiert die eigentliche Skaverei, sie wird an den Rand gedrängt, ist kaum mehr ein Thema. Das antike Rom wollte und konnte in keinem seiner gut 1.200 Jahre ohne diese gelebte barbarische Menschenverachtung sein.
Methodius und Cyrillus, Brüder, Kinder eines Beamten der oströmischen Verwaltung am schönen blauen ägäischen Meer. Hätten sich dort als gut ausgebildete Studierte im 9. Jahrhundert ein feines Leben machen können. Da beide aus Überzeugung Christen sind, schließlich Priester werden, tun sie Dinge, die in der durch und durch egoistischen Antike niemand, aber auch wirklich gar niemand getan hätte. Als ein Herrscher der zwischen Abend- und Morgenland beheimateten Slawen beim Papst in Rom und beim Kaiser in Konstantinopel darum bittet, ihm fähige Leute zu schicken, die seinen Völkern das Christentum nahebringen können, machen sich die beiden auf den Weg. Thessaloniki, die Heimatstadt der Brüder, grenzt schon an von Slawen besiedeltes Gebiet. Beide sind deren Sprache mächtig, vielleicht hatte die Mutter dort ihre Wurzeln.
Nachdem Methodius und Cyrillus Bulgarien und den Balkan bis hinauf nach Böhmen durchquert und sich ein Bild der Lage gemacht haben, treffen sie eine weitreichende Entscheidung. Im ehemaligen weströmischen Reich ist Latein die meistverstandene und deshalb auch die in der Kirche verwandte Sprache, im Osten entsprechend das Griechische. Die Slawen sind eine neue Größe, Volksbildung und Glaubensunterrichtung können hier erfolgreich nur auf Slawisch erfolgen.
In Kürze entwickeln sie eine komplett neue, dem Slawischen angepaßte Schrift (die Urahnin des nach einem der Brüder benannten Kyrillisch), übersetzen in atemberaubenden Tempo Bibel und Liturgie, lehren lehren lehren, hieven mit einem Hauruck die Kultur fast aller slawischen Völker hinauf in die Schriftlichkeit. - Dies riesige Werk wird in wenigen Jahren vollbracht, während Kriege toben, neidische Widersacher inner- und außerhalb der Kirche ihnen das Leben schwer machen, tausende und abertausende Kilometer legen sie per pedes apostulorum zurück.
In Zeiten wie den unseren, wo vielköpfige Kommissionen hinter warmen Öfen sitzend Jahrzehnte für zaghafte Rechtschreibreförmchen brauchen und nach aktuellem Bildungsbericht fast ein Zehntel der Deutschen ganze oder halbe Analphabeten sind, bekommt unser angelerntes Überlegensheitsgefühl beim Thema Mittelalter einen leisen Anstrich von Hochstapelei.
Fest: 14. Februar
Patrone der Slawen und der slawischen Länder
Das frühe Mittelalter ist der öffentlichen Meinung eine finstere Zeit. Unwissende Mönche predigen Wasser und trinken Wein, am Wochenende wird eine Hexe geröstet, alles hockt dumpf und dumm hinter dem eigenen Misthaufen. Die vorhergehende griechisch-römische Antike hingegen war der lichte Garten Eden, mit Fußbodenheizung, gewitzten Philosophen und rauschender Wasserspülung.
Lieb gewonnene Legenden eignen der Kirche in reicher Fülle, aber diese Märlein werden heute in Anführungsstriche gesetzt, man erinnert sich ihrer mit Ironie.
Anders bei den verdrehten Halbwahrheiten der Aufklärung, die ihren Status als Fakten seit 200 Jahren so zäh und bierernst wie je ein päpstliches Dogma verteidigen.
Dabei verfolgt doch nicht das Mittelalter selbsternannte oder so bezeichnete „Hexen“, wohl aber taten das Antike und Neuzeit. Im Mittelalter gilt „Zauberei“, ähnlich wie heute, als gegenstandslos, da nicht real, als Selbsttäuschung beschränkter Gemüter. Alle Wundermacht gründet in Gott, was soll Magie da anderes sein als Kinderei.
Edle Einfalt, schlichte Größe, Humanität und überlegene Kultur ? Ein Drittel der Menschen im römischen Reich lebt in der Sklaverei, ist rechtlich Sache, darf gefoltert, vergewaltigt, getötet werden, wird gefoltert, vergewaltigt, getötet, denn was der Mensch darf, das tut er meist auch.
Das christliche Mittelalter gesteht bei aller alltäglichen Härte jedem Menschen eine Seele zu, vor Gott sind wir gleich. Diese Haltung konfrontiert die eigentliche Skaverei, sie wird an den Rand gedrängt, ist kaum mehr ein Thema. Das antike Rom wollte und konnte in keinem seiner gut 1.200 Jahre ohne diese gelebte barbarische Menschenverachtung sein.
Methodius und Cyrillus, Brüder, Kinder eines Beamten der oströmischen Verwaltung am schönen blauen ägäischen Meer. Hätten sich dort als gut ausgebildete Studierte im 9. Jahrhundert ein feines Leben machen können. Da beide aus Überzeugung Christen sind, schließlich Priester werden, tun sie Dinge, die in der durch und durch egoistischen Antike niemand, aber auch wirklich gar niemand getan hätte. Als ein Herrscher der zwischen Abend- und Morgenland beheimateten Slawen beim Papst in Rom und beim Kaiser in Konstantinopel darum bittet, ihm fähige Leute zu schicken, die seinen Völkern das Christentum nahebringen können, machen sich die beiden auf den Weg. Thessaloniki, die Heimatstadt der Brüder, grenzt schon an von Slawen besiedeltes Gebiet. Beide sind deren Sprache mächtig, vielleicht hatte die Mutter dort ihre Wurzeln.
Nachdem Methodius und Cyrillus Bulgarien und den Balkan bis hinauf nach Böhmen durchquert und sich ein Bild der Lage gemacht haben, treffen sie eine weitreichende Entscheidung. Im ehemaligen weströmischen Reich ist Latein die meistverstandene und deshalb auch die in der Kirche verwandte Sprache, im Osten entsprechend das Griechische. Die Slawen sind eine neue Größe, Volksbildung und Glaubensunterrichtung können hier erfolgreich nur auf Slawisch erfolgen.
In Kürze entwickeln sie eine komplett neue, dem Slawischen angepaßte Schrift (die Urahnin des nach einem der Brüder benannten Kyrillisch), übersetzen in atemberaubenden Tempo Bibel und Liturgie, lehren lehren lehren, hieven mit einem Hauruck die Kultur fast aller slawischen Völker hinauf in die Schriftlichkeit. - Dies riesige Werk wird in wenigen Jahren vollbracht, während Kriege toben, neidische Widersacher inner- und außerhalb der Kirche ihnen das Leben schwer machen, tausende und abertausende Kilometer legen sie per pedes apostulorum zurück.
In Zeiten wie den unseren, wo vielköpfige Kommissionen hinter warmen Öfen sitzend Jahrzehnte für zaghafte Rechtschreibreförmchen brauchen und nach aktuellem Bildungsbericht fast ein Zehntel der Deutschen ganze oder halbe Analphabeten sind, bekommt unser angelerntes Überlegensheitsgefühl beim Thema Mittelalter einen leisen Anstrich von Hochstapelei.
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