Montag, 10. Dezember 2012
Heilige des Monats Dezember 2012: Barbara von Nikomedia
Heilige des Monats Dezember 2012: Barbara von Nikomedia

Gedenktag: 4. Dezember

Patronin der Mädchen, Schützerin vor unverhofftem Tod, vor Blitzschlag, Patronin der Gefangenen, der Bergleute, der Artilleristen und vieler Berufe

Naher Osten, ein großbürgerlicher Haushalt, die Tochter im Teenageralter. Der Vater regiert seine Familie mit harter Hand, die Mutter duckt sich bis zur Unsichtbarkeit weg, das Mädchen muss parieren, wird weggesperrt. Dabei hat die Kleine was auf dem Kasten, stellt Fragen über Gott und die Welt, die ihr niemand beantworteten kann, niemand beantworten will.

Das Patriarchat lebt und es reagiert wie erwartet: so früh wie eben möglich soll die schöne Tochter verheiratet werden, „dann hört das dumme Gequatsche von alleine auf“. Die Braut in spe zeigt sich aber sperrig, will stattdessen lernen; man hat ihr eine Falle gestellt, wohin sich drehen und wenden?

Sie wagt das Ungeheuerliche: der Vater ist auf einem Business-Trip, sie hatte vom Christentum gehört, Briefe aus ihrem heimischen Gefängnis geschmuggelt; als Arzt getarnt besucht sie ein Priester und tauft sie in der Badewanne.

Im Zorn über diese Auflehnung will der Vater sie auf der Stelle totprügeln, sie entwischt, wird verraten, nach Hause geschleift, dem Kadi übergeben. Übertritt zum Christentum heißt Todesstrafe. Nach den üblichen unvorstellbaren Grausamkeiten entreißt der ganz rasende Vater dem Henker das Schwert, köpft seine Tochter selbst. Jetzt ist die Ordnung wieder hergestellt, wo kämen wir auch hin, und sie war ja auch nur ein Mädchen.

Wann spielt diese Geschichte? 306 nach Christus? Oder 2012? Lässt sich so nicht sagen, und das ist wirklich durch und durch frustrierend.

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