Sonntag, 25. November 2012
Heilige des Monats Dezember 2009 Heilige Jungfrau Maria von Guadalupe
saintblog, 21:13h
Heilige des Monats Dezember 2009 Heilige Jungfrau Maria von Guadalupe
Festtag: 12. Dezember
Schutzpatronin: beider Amerikas und der indigenen Völker
In den Medien hört man zum Thema Kirche und Lateinamerika immer dieselbe Platte: mit den bösen spanischen Eroberern kamen finstere Mönche zu den glücklichen Blumenkindern von Indios, zerstörten deren Kultur und Finsternis war.
Als der Eroberer Cortez in Mexiko zum ersten Mal hoch oben auf dem Haupttempel stand, starrte und klebte dort alles zentimeterdick von geronnenem Menschenblut. Unten am Fuß des Tempels hatte er schon die hohen Gerüste mit tausenden von aufgespießten Menschenköpfen gesehen. Obwohl er damit einen Aufstand auslöste, der ihn und seine Soldaten fast das Leben kostete, wütete er gegen die Bilder der Götter, die solche mörderischen Opfer forderten.
10 Jahre nach dem Sieg weniger Spanier, aber vieler verbündeter Einheimischer über das durchgeknallte, menschenverachtende Aztekenregime geschieht dem getauften, einfachen indianischen Bauern Juan Diego Cuauhtlatoatzin am 9. Dezember 1531 das folgende: ihm erscheint am Fuß des Hügels Tepeyac nahe Mexiko Stadt ein indianisch aussehendes, dunkelhäutiges Mädchen von etwa 15 oder 16 Jahren. Die junge Frau sagt ihm, er solle vom Bischof die Errichtung einer Kirche auf dem Hügel fordern. Der Bischof, Juan de Zumárraga, hört sich die Geschichte an, hält den Indio aber für überspannt und schickt ihn erst mal mit dem Auftrag fort, handfeste Belege von dieser Erscheinung beizubringen. Am 12. Dezember spricht das Mädchen den Juan Diego wieder an: oben auf dem Hügel wüchsen Blumen, die solle er dem Bischof bringen. Tatsächlich findet Juan Diego dort mitten im Schnee ein ganzes Beet von Blumen. Er pflückt sie zusammen mit dem Mädchen in seine Tilmátli, den indianischen Mantel. Als er die Timátli beim Bischof öffnet, fallen die Blumen heraus – und auf dem Mantel findet sich ein Bild seiner Vision, unschwer als Maria zu identifizieren.
Der Bischof läßt die Kirche bauen, ein Neubau erfolgte zuletzt in den 1970ern, der Mantel mit dem Bild blieb immer dort.
Unter der Herrschaft der Azteken erhob sich auf dem Hügel Tepeyac ein Heiligtum der aztekischen Muttergottheit Tonantzin. Die Indios übertragen ihre Gebete, ihre ganze spirituelle Kraft nun auf die Mutter des Herrn, Maria. Wenn auch mancher Aberglaube in Mexiko bis heute weiterlebt, so gelingt die Umwandlung der alten, oft gewaltsamen und zerstörerischen, man kann deutlich sagen, bösen Religion in die neuen Pfade des friedfertigen Menschensohnes aus Nazareth überraschend schnell. Nicht zuletzt, weil in der mexikanischen Kirche schon im 16. Jahrhundert die Kräfte die Oberhand behalten, die den Indios ihre eigene Spiritualität an den altgewohnten heiligen Orten beläßt – in Gelassenheit und Geduld auf die Kraft der neuen Botschaft setzend.
Der mexikanische Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier vor 200 Jahren fand unter der Fahne der Jungfrau von Guadalupe statt, ebenso der Aufstand der indianischen Zapatisten für eine gerechte Verteilung des Ackerlandes vor 100 Jahren. Die Heiligsprechung des Juan Diego am 31. Juli 2002 durch den Papst erfolgt vor 12 Millionen Gläubigen; allein am 11. und 12. Dezember 2009 besuchten über 6 Millionen die Kirche der Jungfrau von Guadalupe.
Eine solche Wucht und Identifikationskraft können Heilige ausstrahlen, wenn die Kirche sich nicht im verbissenen römischen Klein-Klein verliert, sondern sich ihres allumfassenden Auftrages bewußt ist und auf die Menschen zugeht. Die Menschen warten ja nur. Oder nicht ?
Festtag: 12. Dezember
Schutzpatronin: beider Amerikas und der indigenen Völker
In den Medien hört man zum Thema Kirche und Lateinamerika immer dieselbe Platte: mit den bösen spanischen Eroberern kamen finstere Mönche zu den glücklichen Blumenkindern von Indios, zerstörten deren Kultur und Finsternis war.
Als der Eroberer Cortez in Mexiko zum ersten Mal hoch oben auf dem Haupttempel stand, starrte und klebte dort alles zentimeterdick von geronnenem Menschenblut. Unten am Fuß des Tempels hatte er schon die hohen Gerüste mit tausenden von aufgespießten Menschenköpfen gesehen. Obwohl er damit einen Aufstand auslöste, der ihn und seine Soldaten fast das Leben kostete, wütete er gegen die Bilder der Götter, die solche mörderischen Opfer forderten.
10 Jahre nach dem Sieg weniger Spanier, aber vieler verbündeter Einheimischer über das durchgeknallte, menschenverachtende Aztekenregime geschieht dem getauften, einfachen indianischen Bauern Juan Diego Cuauhtlatoatzin am 9. Dezember 1531 das folgende: ihm erscheint am Fuß des Hügels Tepeyac nahe Mexiko Stadt ein indianisch aussehendes, dunkelhäutiges Mädchen von etwa 15 oder 16 Jahren. Die junge Frau sagt ihm, er solle vom Bischof die Errichtung einer Kirche auf dem Hügel fordern. Der Bischof, Juan de Zumárraga, hört sich die Geschichte an, hält den Indio aber für überspannt und schickt ihn erst mal mit dem Auftrag fort, handfeste Belege von dieser Erscheinung beizubringen. Am 12. Dezember spricht das Mädchen den Juan Diego wieder an: oben auf dem Hügel wüchsen Blumen, die solle er dem Bischof bringen. Tatsächlich findet Juan Diego dort mitten im Schnee ein ganzes Beet von Blumen. Er pflückt sie zusammen mit dem Mädchen in seine Tilmátli, den indianischen Mantel. Als er die Timátli beim Bischof öffnet, fallen die Blumen heraus – und auf dem Mantel findet sich ein Bild seiner Vision, unschwer als Maria zu identifizieren.
Der Bischof läßt die Kirche bauen, ein Neubau erfolgte zuletzt in den 1970ern, der Mantel mit dem Bild blieb immer dort.
Unter der Herrschaft der Azteken erhob sich auf dem Hügel Tepeyac ein Heiligtum der aztekischen Muttergottheit Tonantzin. Die Indios übertragen ihre Gebete, ihre ganze spirituelle Kraft nun auf die Mutter des Herrn, Maria. Wenn auch mancher Aberglaube in Mexiko bis heute weiterlebt, so gelingt die Umwandlung der alten, oft gewaltsamen und zerstörerischen, man kann deutlich sagen, bösen Religion in die neuen Pfade des friedfertigen Menschensohnes aus Nazareth überraschend schnell. Nicht zuletzt, weil in der mexikanischen Kirche schon im 16. Jahrhundert die Kräfte die Oberhand behalten, die den Indios ihre eigene Spiritualität an den altgewohnten heiligen Orten beläßt – in Gelassenheit und Geduld auf die Kraft der neuen Botschaft setzend.
Der mexikanische Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier vor 200 Jahren fand unter der Fahne der Jungfrau von Guadalupe statt, ebenso der Aufstand der indianischen Zapatisten für eine gerechte Verteilung des Ackerlandes vor 100 Jahren. Die Heiligsprechung des Juan Diego am 31. Juli 2002 durch den Papst erfolgt vor 12 Millionen Gläubigen; allein am 11. und 12. Dezember 2009 besuchten über 6 Millionen die Kirche der Jungfrau von Guadalupe.
Eine solche Wucht und Identifikationskraft können Heilige ausstrahlen, wenn die Kirche sich nicht im verbissenen römischen Klein-Klein verliert, sondern sich ihres allumfassenden Auftrages bewußt ist und auf die Menschen zugeht. Die Menschen warten ja nur. Oder nicht ?
... comment