Sonntag, 25. November 2012
Heiliger des Monats Januar 2011: Bekehrung des Heiligen Paulus
Heiliger des Monats Januar 2011: Bekehrung des Heiligen Paulus

Fest: 25. Januar

Vor 2000 Jahren, türkische Mittelmeerküste. Viel Sand am Strand, die Sonne scheint, das Obst wird süß. Pax Romana, es lässt sich prima leben.

Ein nichtaufdenkopfgefallenes Söhnchen der jüdischen wohlhabenden Mittelschicht, Zelt- oder Tuch- oder Teppichmacher oder –händler, Genaueres gibt die Übersetzung nicht her, will was noch besseres werden, studiert an der hippen Uni zu Jerusalem Theologie. Das Sahnehäubchen: man ist römischer Vollbürger und fühlt sich auch so: the sky is the limit. Keine Sekunde muss der junge Mann überlegen, für welche In-Group sein Herz schlägt: es ist die herrschende Klasse, die Pharisäer, die intellektuelle Elite an den Fleischtöpfen, ohne die nichts geht.

“Es ist besser, einer stirbt für das Volk, als das Volk stirbt“ sagen sie („das Volk sind wir“) bei einem guten Glas Wein über den Spielverderber Jesus, diesen unberechenbaren Bauerntrampel-Führer aus Galiläa (und Galiläa ist für diese Jeunesse Dorée was die Eifel für Köln ist: Misthaufen, Gummistiefel, Kittelschürzen). Also Schluss mit der Provinzposse und hau weg den Wannabe-King – business as usual.

Ein bisschen Aufräumen ist dann noch noch angesagt: wer nicht hören will muss fühlen. Dem Stephan hauen sie so viele Steine auf den Kopf, dass er gleich liegen bleibt. Um die Ausbreitung dieser geistigen Pandemie zu verhindern, meldet sich Paulus gern für Syrien. Jugendliche Großmannssucht und das gute Gefühl, etwas für das eigene Portemonnaie zu tun. Die Mächtigen werden sich erkenntlich zeigen. So reitet er los, aber so kommt er nicht an.

Ein verwirrter Blinder ist es, der schließlich in Syrien um Hilfe bittet: Wirres aus der Wüste erzählt und sich nun zeitlebens als die „Missgeburt“ bezeichnet. (Anmerkung für die, die nicht so bibelfest sind: Als Paulus auf dem Weg in einer Vision dem Herrn begegnete, erblindete er. Ananias, ein Christ aus Damaskus, heilte Paulus von seiner Blindheit, indem er ihm die Hände auflegte. Allerdings tat Ananias dies nicht aus Liebe zu Paulus, sondern aus Liebe zu seinem Herrn, der dies von ihm forderte.)

Was lernen wir daraus ?

Erstens, daß der Chef up-in-the-sky reichlich schwarzen Humor hat. Der Killer wird zum Prediger, das ist lustig. Zweitens, wie schnell man sich verrennt und das Lied „wes Brot ich ess des Fahn´ ich schwenk“ für irgendwie moralisch hält. Drittens: ist nie zu spät, geht auch anders, sicher, auch für uns, für Dich und mich.

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