Sonntag, 25. November 2012
Heiliger des Monats Mai 2011: Hermann-Joseph von Steinfeld
saintblog, 19:07h
Heiliger des Monats Mai 2011: Hermann-Joseph von Steinfeld
Festtag: 21. Mai
Schutzpatron der Uhrmacher, Mechaniker und Obstbauern
„Street Credibility“, am besten schlicht mit Glaubwürdigkeit übersetzt, ist das, wofür nicht wenige Künstler, aber auch so mancher Politiker und Medienstar seine Seele verpfänden würde. Hat man sie, gehen die Leute mit einem durch dick und dünn – hat man sie nicht, bleibt man ein Papiertiger. Glaubwürdigkeit gründet sich darauf, dass man das lebt, was man sagt.
Hermann wurde fast 100 Jahre vor der Grundsteinlegung des jetzigen Kölner Doms um 1150 geboren. Seine Eltern waren verarmte Kölner Bürger, die ihrem begabten Sohn trotzdem den damals noch ganz ungewöhnlichen Schulbesuch ermöglichten. Außerdem lernt er irgendwann das Handwerk des Uhrmachers – diese riesengroßen, handgeschmiedeten Ungetüme von Turmuhren waren damals der letzte Schrei. Er hätte in diesem stark nachgefragten Mode-Beruf ein gutes Auskommen haben können. Statt dessen wird er Mönch, in Steinfeld in der Eifel.
Kein Heiliger ohne Glaubwürdigkeit. Heiligkeit definiert sich geradezu durch diese weitgehende Übereinstimmung von Herz und Leben, von Traum und Wirklichkeit. Was bei den meisten Menschen Gedanke bleibt, wird bei den Heiligen Tat.
Hermann lebt seinen inbrünstigen, tief empfundenen, ihn ganz vereinnahmenden Glauben rückhaltlos, geradezu sinnlich. Der Alltag lässt ihn kalt. Wenn er die Messe liest, lässt er das Geschehen des gewandelten Brotes so unmittelbar auf sich wirken, dass er regelmäßig in Trance fällt. Kaum einer der Mitbrüder mag ihm noch Messdiener sein. Das Heilige ist seinem offenen Herzen so nah wie die Luft, die ihn umgibt. Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.
Als Junge läuft er oft in die Kirche und redet mit Maria und dem Jesuskind wie mit Mutter und Bruder – wie recht er hat. Als er eines Tages im Überschwang seiner Zuneigung dem Jesuskind den wohlverwahrten Frühstücksapfel anbietet, streckt die Figur sich und nimmt den Apfel an – wer hätte auch widerstehen können ?
Wer heute St. Maria im Kapitol besucht, wo dies geschah, der findet fast immer einen Apfel bei der Mutter und dem Kind – ebenso in Steinfeld, am Grabmal des Hermann, den sie schließlich neckend Joseph nannten, weil er mit der Gottesmutter so selbstverständlich auf Du & Du stand.
Schöne Plätze für schöne Gebete – zum Beispiel um die Gnade, unsere allzu gepanzerten Herzen geöffnet zu bekommen: für die Liebe, die tatsächlich alles überwindet.
Festtag: 21. Mai
Schutzpatron der Uhrmacher, Mechaniker und Obstbauern
„Street Credibility“, am besten schlicht mit Glaubwürdigkeit übersetzt, ist das, wofür nicht wenige Künstler, aber auch so mancher Politiker und Medienstar seine Seele verpfänden würde. Hat man sie, gehen die Leute mit einem durch dick und dünn – hat man sie nicht, bleibt man ein Papiertiger. Glaubwürdigkeit gründet sich darauf, dass man das lebt, was man sagt.
Hermann wurde fast 100 Jahre vor der Grundsteinlegung des jetzigen Kölner Doms um 1150 geboren. Seine Eltern waren verarmte Kölner Bürger, die ihrem begabten Sohn trotzdem den damals noch ganz ungewöhnlichen Schulbesuch ermöglichten. Außerdem lernt er irgendwann das Handwerk des Uhrmachers – diese riesengroßen, handgeschmiedeten Ungetüme von Turmuhren waren damals der letzte Schrei. Er hätte in diesem stark nachgefragten Mode-Beruf ein gutes Auskommen haben können. Statt dessen wird er Mönch, in Steinfeld in der Eifel.
Kein Heiliger ohne Glaubwürdigkeit. Heiligkeit definiert sich geradezu durch diese weitgehende Übereinstimmung von Herz und Leben, von Traum und Wirklichkeit. Was bei den meisten Menschen Gedanke bleibt, wird bei den Heiligen Tat.
Hermann lebt seinen inbrünstigen, tief empfundenen, ihn ganz vereinnahmenden Glauben rückhaltlos, geradezu sinnlich. Der Alltag lässt ihn kalt. Wenn er die Messe liest, lässt er das Geschehen des gewandelten Brotes so unmittelbar auf sich wirken, dass er regelmäßig in Trance fällt. Kaum einer der Mitbrüder mag ihm noch Messdiener sein. Das Heilige ist seinem offenen Herzen so nah wie die Luft, die ihn umgibt. Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.
Als Junge läuft er oft in die Kirche und redet mit Maria und dem Jesuskind wie mit Mutter und Bruder – wie recht er hat. Als er eines Tages im Überschwang seiner Zuneigung dem Jesuskind den wohlverwahrten Frühstücksapfel anbietet, streckt die Figur sich und nimmt den Apfel an – wer hätte auch widerstehen können ?
Wer heute St. Maria im Kapitol besucht, wo dies geschah, der findet fast immer einen Apfel bei der Mutter und dem Kind – ebenso in Steinfeld, am Grabmal des Hermann, den sie schließlich neckend Joseph nannten, weil er mit der Gottesmutter so selbstverständlich auf Du & Du stand.
Schöne Plätze für schöne Gebete – zum Beispiel um die Gnade, unsere allzu gepanzerten Herzen geöffnet zu bekommen: für die Liebe, die tatsächlich alles überwindet.
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