Sonntag, 25. November 2012
Heiliger des Monats September 2011: Erzengel Michael
saintblog, 18:58h
Heiliger des Monats September 2011: Erzengel Michael
Fest: 29. September
Schutzpatron: der Deutschen, der Kirche, vieler Berufe
Am auf Pfingsten folgenden Sonntag gehen die Gottesdienstbesucher der Kirche in Uedelhoven nach der Messe nicht heimwärts, sondern sie marschieren zu einem „Heiligenhäuschen“ auf dem nahen „Hausberg“ des Eifeler Ortes. Dieses Dreifaltigkeitskapellchen ist etwas über 100 Jahre alt, und so könnte man hinter diesem Gang eine Frömmigkeitsübung des 19. Jahrhunderts sehen. Nun findet sich aber im Pfarrarchiv ein Vermerk des Pastors Thomae aus der Zeit um 1700, in der er berichtet, dass ihn seine Schäfchen gezwungen hätten, „die Procession uff den Berg zu halten“, obwohl er alternativ vorgeschlagen hatte, einfach ein paar mal um die Kirche zu laufen ...
Tatsächlich gehen die Uedelhovener seit über 2000 Jahren „uff den Berg“.
In der guten alten Zeit vor Caesar und seinen rabiaten Legionen hießen die Eifeler noch Treverer und kamen prima alleine klar. Der oberste Himmlische hieß Lenus, wurde auf den Bergen verehrt und war sowohl Kriegs- als auch Heilgott.
Die Römer, in Fremdsprachen etwa so stark wie heute unsere amerikanischen Freunde, nannten ihn Mars – und als die hügeligen Wälder zwischen Trier und Aachen christlich wurden, taufte man den geduldigen Lenus auf Erzengel Michael um. Michael-zwei-Fäuste-für-ein-Halleluja-schlag-den-Teufel, Chef der beflügelten Heerscharen, starker Arm des Herrn: passte wie Faust auf Auge.
Und so steht man denn auf dem Uedelhovener Michelsberg, im Rücken den Michelsbach, sieht reihum Bergeshöhe an Bergeshöhe, viele nah und fern heißen Michelsberg, und denkt an diesem heiligen Ort an die unglaubliche Macht der lebenden Überlieferung, diesen niemals abgerissenen Strom mündlicher Tradition – der versiegt, der zu einem Ende kommt. Einen normalen Sonntagsgottesdienst im 3. Jahrtausend besuchen etwa 60 Leute, viele davon nicht aus dem Dorf, Altersdurchschnitt über 70, außer den Meßdienern praktisch keine Kinder oder Jugendliche.
Noch 10 Jahre ? Und die gesammelte Spiritualität eines Ortes ist am Nullpunkt, wegen Reichtum geschlossen, wir sind selber Gott. – „Wer ist wie Gott ?“ rief der Engelsfürst dem Teufel als letztes Wort hinterher, „wer ist wie Gott ?“
Fest: 29. September
Schutzpatron: der Deutschen, der Kirche, vieler Berufe
Am auf Pfingsten folgenden Sonntag gehen die Gottesdienstbesucher der Kirche in Uedelhoven nach der Messe nicht heimwärts, sondern sie marschieren zu einem „Heiligenhäuschen“ auf dem nahen „Hausberg“ des Eifeler Ortes. Dieses Dreifaltigkeitskapellchen ist etwas über 100 Jahre alt, und so könnte man hinter diesem Gang eine Frömmigkeitsübung des 19. Jahrhunderts sehen. Nun findet sich aber im Pfarrarchiv ein Vermerk des Pastors Thomae aus der Zeit um 1700, in der er berichtet, dass ihn seine Schäfchen gezwungen hätten, „die Procession uff den Berg zu halten“, obwohl er alternativ vorgeschlagen hatte, einfach ein paar mal um die Kirche zu laufen ...
Tatsächlich gehen die Uedelhovener seit über 2000 Jahren „uff den Berg“.
In der guten alten Zeit vor Caesar und seinen rabiaten Legionen hießen die Eifeler noch Treverer und kamen prima alleine klar. Der oberste Himmlische hieß Lenus, wurde auf den Bergen verehrt und war sowohl Kriegs- als auch Heilgott.
Die Römer, in Fremdsprachen etwa so stark wie heute unsere amerikanischen Freunde, nannten ihn Mars – und als die hügeligen Wälder zwischen Trier und Aachen christlich wurden, taufte man den geduldigen Lenus auf Erzengel Michael um. Michael-zwei-Fäuste-für-ein-Halleluja-schlag-den-Teufel, Chef der beflügelten Heerscharen, starker Arm des Herrn: passte wie Faust auf Auge.
Und so steht man denn auf dem Uedelhovener Michelsberg, im Rücken den Michelsbach, sieht reihum Bergeshöhe an Bergeshöhe, viele nah und fern heißen Michelsberg, und denkt an diesem heiligen Ort an die unglaubliche Macht der lebenden Überlieferung, diesen niemals abgerissenen Strom mündlicher Tradition – der versiegt, der zu einem Ende kommt. Einen normalen Sonntagsgottesdienst im 3. Jahrtausend besuchen etwa 60 Leute, viele davon nicht aus dem Dorf, Altersdurchschnitt über 70, außer den Meßdienern praktisch keine Kinder oder Jugendliche.
Noch 10 Jahre ? Und die gesammelte Spiritualität eines Ortes ist am Nullpunkt, wegen Reichtum geschlossen, wir sind selber Gott. – „Wer ist wie Gott ?“ rief der Engelsfürst dem Teufel als letztes Wort hinterher, „wer ist wie Gott ?“
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