Dienstag, 13. November 2012
Heiliger des Monats April 2012: Georg
saintblog, 20:08h
Heiliger des Monats April 2012: Georg
Festtag: 23. April
Schutzpatron: der Soldaten und unzähliger Berufe, Nationalheiliger Englands, Byzanz, Äthiopiens, Georgiens, Serbiens, Griechenlands, Aragoniens und Kataloniens
Die Geschichte des heiligen Georg ist von Legenden durchdrungen und überwuchert wie mancher Maya-Tempel vom Dschungel. Im Kern ist er ein Retter, der strahlende Ritter auf dem weißen Roß, eine Lichtgestalt.
Ein böser Drache belagert eine Stadt, verseucht umher alles mit seinem Pesthauch. Täglich opfert man ihm Schafe, als es keine mehr gibt, Menschen. Irgendwann trifft das Los auch die junge schöne Königstochter Margarete. Sie geht hinaus zu dem Untier, aber rechtzeitig erscheint Georg, besiegt den Drachen, bekehrt die Stadt zum Christentum und reitet einsam fort in den Sonnenuntergang, wie sich das für Westernhelden so gehört.
Eine archetypische Situation: im Angesicht des Bösen sind die Menschen feige. Nacheinander lassen sie sich abschlachten, statt gemeinsam aufzustehen und sich zu wehren. Es braucht das Erscheinen des „Leitwolfs“, um ihren Kleinmut in neue Lebenskraft zu verwandeln.
In dem Western „High Noon“ des Regisseurs Fred Zinnemann, der als emigrierter österreichischer Jude seine eigenen Ideen zum Thema hatte, flieht der Held vor den anrückenden Bösen auf Anraten seiner Frau zunächst – um dann kehrt zu machen und „zu tun, was ein Mann eben tun muß“.
Es gibt Heilige, die das Opfer leben – wie Pater Maximilian Kolbe, der sein Leben für das eines anderen gibt - und Jesus selbst, der im Moment der Festnahme zu seinem schon dreinhauenden Bodyguard sagt: „Steck das Schwert zurück. Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert sterben.“
Und natürlich ist das alles wahr. Gewalt erzeugt Gegengewalt, wo gehobelt wird, fallen Späne. Wenn heutzutage unsere amerikanischen Waffenbrüder einen Drachen töten, färbt das Blut der „Kollateralschäden“ die Flüsse rot.
Es gibt keine blütenweiße, saubere Antwort. Haudraufs wie der heilige Georg haben die Welt von so einigen Bestien befreit – zum Vorteil der Stillen im Lande. Wer nichts macht, macht auch nichts verkehrt. Ich persönlich glaube nicht, daß Gott dem Georg Elser Vorhaltungen gemacht hat, weil er auf den Spuren seines Namenspatrons versuchte, den bösen Drachen Hitler in die Luft zu sprengen – und durch unglückliche Umstände stattdessen Unschuldige erwischte. Achselzucken wird ER, der Chef, und john-wayne-mäßig sagen: „Irgendwann stirbt jeder – was zählt ist, als was.“
Der heilige Georg wurde schließlich geköpft.
Festtag: 23. April
Schutzpatron: der Soldaten und unzähliger Berufe, Nationalheiliger Englands, Byzanz, Äthiopiens, Georgiens, Serbiens, Griechenlands, Aragoniens und Kataloniens
Die Geschichte des heiligen Georg ist von Legenden durchdrungen und überwuchert wie mancher Maya-Tempel vom Dschungel. Im Kern ist er ein Retter, der strahlende Ritter auf dem weißen Roß, eine Lichtgestalt.
Ein böser Drache belagert eine Stadt, verseucht umher alles mit seinem Pesthauch. Täglich opfert man ihm Schafe, als es keine mehr gibt, Menschen. Irgendwann trifft das Los auch die junge schöne Königstochter Margarete. Sie geht hinaus zu dem Untier, aber rechtzeitig erscheint Georg, besiegt den Drachen, bekehrt die Stadt zum Christentum und reitet einsam fort in den Sonnenuntergang, wie sich das für Westernhelden so gehört.
Eine archetypische Situation: im Angesicht des Bösen sind die Menschen feige. Nacheinander lassen sie sich abschlachten, statt gemeinsam aufzustehen und sich zu wehren. Es braucht das Erscheinen des „Leitwolfs“, um ihren Kleinmut in neue Lebenskraft zu verwandeln.
In dem Western „High Noon“ des Regisseurs Fred Zinnemann, der als emigrierter österreichischer Jude seine eigenen Ideen zum Thema hatte, flieht der Held vor den anrückenden Bösen auf Anraten seiner Frau zunächst – um dann kehrt zu machen und „zu tun, was ein Mann eben tun muß“.
Es gibt Heilige, die das Opfer leben – wie Pater Maximilian Kolbe, der sein Leben für das eines anderen gibt - und Jesus selbst, der im Moment der Festnahme zu seinem schon dreinhauenden Bodyguard sagt: „Steck das Schwert zurück. Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert sterben.“
Und natürlich ist das alles wahr. Gewalt erzeugt Gegengewalt, wo gehobelt wird, fallen Späne. Wenn heutzutage unsere amerikanischen Waffenbrüder einen Drachen töten, färbt das Blut der „Kollateralschäden“ die Flüsse rot.
Es gibt keine blütenweiße, saubere Antwort. Haudraufs wie der heilige Georg haben die Welt von so einigen Bestien befreit – zum Vorteil der Stillen im Lande. Wer nichts macht, macht auch nichts verkehrt. Ich persönlich glaube nicht, daß Gott dem Georg Elser Vorhaltungen gemacht hat, weil er auf den Spuren seines Namenspatrons versuchte, den bösen Drachen Hitler in die Luft zu sprengen – und durch unglückliche Umstände stattdessen Unschuldige erwischte. Achselzucken wird ER, der Chef, und john-wayne-mäßig sagen: „Irgendwann stirbt jeder – was zählt ist, als was.“
Der heilige Georg wurde schließlich geköpft.
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