Sonntag, 26. Mai 2013
Heiliger des Monats Juni 2013 Antonius von Padua
Heiliger des Monats Juni 2013 Antonius von Padua

Fest: 13. Juni

Schutzpatron vieler Berufe, der Liebenden, der Eheleute, der Frauen in all ihren Nöten, der Armen, um eine gute Ernte, verläßlicher Helfer der Suchenden

Moderne Lebensbeschreibungen weisen Brüche und wilde Wendungen auf, selbst das Curriculum Vitae in der Bewerbung um einen Managerposten darf sich heute mit einer Auszeit als Zirkusclown in Kolumbien schmücken.

Antonius dagegen ist fromm von Anfang an, statt wilder Jugend und folgender Bekehrung wächst er gleich im Kloster auf, wird Mönch und bleibt es, erst in seinem Geburtsland Portugal, später in Italien bei den neuen Franziskanern, als deren erster Theologe er auf persönliches Bitten des heiligen Franziskus wirkt. Auch wenn er manchmal vor vollen Stadien predigt, der äußere Verlauf seines Lebens bleibt unspektakulär und, wie seinerzeit üblich, kurz: er stirbt in Padua am 13. Juni 1231, erst 36 Jahre alt.

Warum ist dieser Antonius so populär, warum ist er der vielleicht meist verehrte Volksheilige schlechthin ? Weil er Wunder wirkt, Wunder ohne Ende, Wunder am laufenden Band. Wunder zu Lebzeiten in ungezählter Menge, Wunder nach seinem Übergang in die bessere Welt, Wunder über Wunder. Antonius war offensichtlich davon überzeugt, daß bei uns Weltkindern „Viel viel hilft“, und so versetzt er Berge, löst Knoten, führt heraus aus Labyrinthen. Rund um den Globus wenden sich Millionen täglich zu ihm in Verzweiflung über Verlorenes, und Antonius bringt Sortier in diese widerspenstige Dingwelt, das durfte auch der Autor dieser Zeilen erfahren.

Natürlich kann man rumklügeln und angestrengt nach nicht-spirituellen Gründen für solche Erlebnisse suchen - wem´s Spaß macht, da wird sich schon was finden.
Man kann Wunder aber auch einfach staunend geschehen lassen, und zum Dank ein Gebet losschicken, eine Kerze anzünden, ein paar Blumen in die nächste Kapelle stellen, ein paar Euro extra dorthin schicken, wo sie gebraucht werden.

Wunder, eins der letzten Tabus. Normalbürger zucken zusammen, Religionslehrer winden sich wie die Aale, Berufsintellektuelle schütteln ihr schütteres Haar.
Warum das Aufgeregsel ? Wenn man an Gott glaubt, an das unseren Alltag und Kleinkram krass Übersteigende, dann sind Wunder das Normale, durchdringt der Schöpfer seine Schöpfung, ist sein hell leuchtender Funke so allgegenwärtig wie der Tau in der Wiese.
Jungferngeburt, Auferstehung, Visionen aller Art, das sind doch Peanuts für den Chef, da braucht der doch keinen Schlaumeier, ihm zu erklären, daß er das eigentlich nicht darf.

Na ja, und wenn man nicht glaubt, dann braucht man sich auch nicht zu wundern.

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