Mittwoch, 1. Mai 2013
Heiliger des Monats Mai 2013 Brendan der Reisende
saintblog, 20:23h
Heiliger des Monats Mai 2013 Brendan der Reisende
Fest: 16. Mai
Schutzpatron der Segler und Windsurfer
Zu der Zeit, als Patrick, Apostel der Iren, seinen Platz hoch auf den Stufen des ewigen Thrones der Gottheit einnimmt, wird Brendan in ein wildes, von Kampfgetümmel und niemals verklingendem Schlachtenlärm erfülltes Irland geboren; dessen Dächer von den Fackeln des Krieges, dessen Herzen von den Flammen des heiligen Geistes brennen und lodern. So viele bluttriefende Schwerter, so viele mit der vollen Macht des Herrn ausgezeichnete heilige Frauen und Männer, die es nicht auf ihrer Insel hält, die ihren alles überwältigenden Glauben mit der Menschheit teilen wollen. Durch ganz Europa ziehen sie zu Fuß und unter Segeln, Tage und Nächte, Leben lang. Kelten auf Speed christianisieren England, krempeln den ganzen Kontinent um. Die machtgeil sachlichen Franken wissen gar nicht recht, wie ihnen geschieht, die kultivierten städtischen Romanen staunen Bauklötze, die geistliche Flut der Rotschöpfe ist nicht aufzuhalten.
Brendan wird 512 zum Priester geweiht, und in seinem hundertjährigen Leben wendet er sich unermüdlich seinen keltischen Schwestern und Brüdern zu. Er lehrt, bekehrt, heilt und tröstet in Irland, Schottland, Wales und der Bretagne, wo immer die alte „britische“ Sprache noch unangefochten herrscht.
Clan-Chefs mit der Axt in der Hand zu trotzen, nicht mehr Besitz als die Kutte auf dem Leib, Kirchen bauen mit bloßen Händen, ganze Stämme taufen in eisigen Bächen, auf ein paar Brettern übers Meer.
Uns heutigen scheint ein solches Leben fabelhaft, nicht nachlebbar, aber was wissen denn wir schon ? Leben ist nicht gleich Fernsehen, und umgekehrt.
Mit Ende 40, also in einem Alter, in dem Bundesrepublikaner wie wir das Haus abbezahlt haben und nun darauf warten, wie die Rente auf einen zukommt, setzen sich Brendan und seine wettergegerbten Brüder mal wieder ins Boot. Richtung London, oder Paris, oder gleich nach Rom, neue Gebetbücher holen ? Nein, geht gar nicht Digga, die Jungs hassen Routine. Wo ist noch überhaupt nie keiner nicht hingefahren ? Nach Westen !! Und ab schippern sie in den Sonnenuntergang, Psalmen auf den Lippen zu der schönen Melodie „Ick hew mol en Hamborger Veermaster seen“.
Als die Truppe 7 Jahre später ihr Boot wieder auf den heimischen Strand zieht, hat man viel zu erzählen. Erstens, man fällt von der Erde nicht runter, da ist noch jede Menge Wasser („don´t push me cause I´m close to the edge“) – „und zweitens waren wir in Amerika, staunste !?!“
Klar, die können viel erzählen, wenn der Tag lang ist – aber wo zum Teufel sollen die denn sonst so lange gewesen sein ? Die haben doch nicht 7 Jahre auf den Ruderbänken gesessen und geangelt ! Ab nach Westen, zurück aus dem Westen, eigentlich kein Kunststück, nur altmodische Schwerarbeit.
Kolumbus kannte die Story, der hat dran geglaubt – war dann ja irgendwie auch einfacher als gedacht, man muß nur machen und nicht zu bang sein.
Äußerst unsichere Zeiten vermitteln Brendan und seinen wandernden Gefährten die Wahrheit, daß sich ein Menschendasein trotz seiner offensichtlichen Kürze nicht planen läßt. Gottesglaube heißt Vertrauen, immer frisch ans Werk, Gut und Schlecht kann jeder auseinanderhalten.
Angst und Grübelei dagegen sind Sendboten der Hölle, die Melancholie völlig zu Recht eine der sieben Todsünden, Skeptizismus die Discount-Religion der Warmduscher und Drückeberger. „Was ist Wahrheit ?“ fragt Pilatus, der Sack, dabei weiß er doch genau, was gespielt wird, wie wir.
Fest: 16. Mai
Schutzpatron der Segler und Windsurfer
Zu der Zeit, als Patrick, Apostel der Iren, seinen Platz hoch auf den Stufen des ewigen Thrones der Gottheit einnimmt, wird Brendan in ein wildes, von Kampfgetümmel und niemals verklingendem Schlachtenlärm erfülltes Irland geboren; dessen Dächer von den Fackeln des Krieges, dessen Herzen von den Flammen des heiligen Geistes brennen und lodern. So viele bluttriefende Schwerter, so viele mit der vollen Macht des Herrn ausgezeichnete heilige Frauen und Männer, die es nicht auf ihrer Insel hält, die ihren alles überwältigenden Glauben mit der Menschheit teilen wollen. Durch ganz Europa ziehen sie zu Fuß und unter Segeln, Tage und Nächte, Leben lang. Kelten auf Speed christianisieren England, krempeln den ganzen Kontinent um. Die machtgeil sachlichen Franken wissen gar nicht recht, wie ihnen geschieht, die kultivierten städtischen Romanen staunen Bauklötze, die geistliche Flut der Rotschöpfe ist nicht aufzuhalten.
Brendan wird 512 zum Priester geweiht, und in seinem hundertjährigen Leben wendet er sich unermüdlich seinen keltischen Schwestern und Brüdern zu. Er lehrt, bekehrt, heilt und tröstet in Irland, Schottland, Wales und der Bretagne, wo immer die alte „britische“ Sprache noch unangefochten herrscht.
Clan-Chefs mit der Axt in der Hand zu trotzen, nicht mehr Besitz als die Kutte auf dem Leib, Kirchen bauen mit bloßen Händen, ganze Stämme taufen in eisigen Bächen, auf ein paar Brettern übers Meer.
Uns heutigen scheint ein solches Leben fabelhaft, nicht nachlebbar, aber was wissen denn wir schon ? Leben ist nicht gleich Fernsehen, und umgekehrt.
Mit Ende 40, also in einem Alter, in dem Bundesrepublikaner wie wir das Haus abbezahlt haben und nun darauf warten, wie die Rente auf einen zukommt, setzen sich Brendan und seine wettergegerbten Brüder mal wieder ins Boot. Richtung London, oder Paris, oder gleich nach Rom, neue Gebetbücher holen ? Nein, geht gar nicht Digga, die Jungs hassen Routine. Wo ist noch überhaupt nie keiner nicht hingefahren ? Nach Westen !! Und ab schippern sie in den Sonnenuntergang, Psalmen auf den Lippen zu der schönen Melodie „Ick hew mol en Hamborger Veermaster seen“.
Als die Truppe 7 Jahre später ihr Boot wieder auf den heimischen Strand zieht, hat man viel zu erzählen. Erstens, man fällt von der Erde nicht runter, da ist noch jede Menge Wasser („don´t push me cause I´m close to the edge“) – „und zweitens waren wir in Amerika, staunste !?!“
Klar, die können viel erzählen, wenn der Tag lang ist – aber wo zum Teufel sollen die denn sonst so lange gewesen sein ? Die haben doch nicht 7 Jahre auf den Ruderbänken gesessen und geangelt ! Ab nach Westen, zurück aus dem Westen, eigentlich kein Kunststück, nur altmodische Schwerarbeit.
Kolumbus kannte die Story, der hat dran geglaubt – war dann ja irgendwie auch einfacher als gedacht, man muß nur machen und nicht zu bang sein.
Äußerst unsichere Zeiten vermitteln Brendan und seinen wandernden Gefährten die Wahrheit, daß sich ein Menschendasein trotz seiner offensichtlichen Kürze nicht planen läßt. Gottesglaube heißt Vertrauen, immer frisch ans Werk, Gut und Schlecht kann jeder auseinanderhalten.
Angst und Grübelei dagegen sind Sendboten der Hölle, die Melancholie völlig zu Recht eine der sieben Todsünden, Skeptizismus die Discount-Religion der Warmduscher und Drückeberger. „Was ist Wahrheit ?“ fragt Pilatus, der Sack, dabei weiß er doch genau, was gespielt wird, wie wir.
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